Freihandel

London passt Brexit-Vorschläge an


Die britische Premierministerin plädiert nun für einen weichen Brexit. Der Agrarwirtschaft des Landes käme das entgegen. Unterdessen tritt der eigens ernannte Brexit-Minister zurück.

 

Kurz vor dem Wochenende haben Theresa May und ihr Kabinett Pläne für einen „weichen Brexit“ angekündigt. Jetzt favorisieren die Briten eine Freihandelszone mit der EU für Waren, bei denen EU-Standards gelten. Dazu gehören auch alle Agrarprodukte. Nicht übernehmen will die Regierung jedoch die anderen Freiheiten, die für alle EU-Mitglieder im Binnenmarkt verbindlich sind, also den freien Austausch von Dienstleistungen, Kapital und EU-Bürgern.

Seit dem heutigen Montag ist klar, dass nicht das ganze Kabinett in London den Schwenk der Regierung mitträgt. David Davis, der eigens als Brexit-Minister eingestellt worden ist, hat seinen Rücktritt erklärt.

Für den britischen Bauernverband (NFU) ist jedoch jeder Schritt in Richtung eines weichen Brexits eine gute Nachricht. Die NFU-Präsidentin Minette Batters hatte vorige Woche in einem Brief an die Premierministerin noch einmal eindringlich vor zu harten Brexit-Regeln gewarnt. Die Briten importieren zwar mehr Agrarprodukte aus EU-Ländern als sie dorthin verkaufen. Wenn aber die Agrarimporte nach einem harten Brexit nicht mehr aus EU-Ländern, sondern verstärkt aus Übersee stammen, fürchtet die britische Agrarbranche verstärkten Preisdruck und eine Absenkung der Lebensmittelstandards.

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