Freihandelsabkommen

Mercosur drängt auf schnellen Abschluss

In die festgefahrenen Verhandlungen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern kommt Bewegung. Brasilien und Argentinien sind gewillt, die letzten Steine aus dem Weg zu räumen.

In den Mercosur-Ländern wächst die Hoffnung, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU schnell zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. „Wir sind einem Vertrag noch nie so nah gewesen wie heute“, sagte Odilson Luiz Ribeiro e Silva, der für internationale Beziehungen zuständige Staatssekretär im brasilianischen Landwirtschaftsministerium, in einem Interview mit dem brasilianischen Magazin Globo Rural.

Am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires hatten die Landwirtschaftsminister Argentiniens und Brasiliens vereinbart, bei einem bilateralen Treffen im August gemeinsam Lösungen für die letzten offenen Fragen zu finden. Anschließend sollen die beiden anderen Mercosur-Staaten Uruguay und Paraguay eingezogen werden. Ziel sei es, in der nächsten Verhandlungsrunde mit der EU im September einen abgestimmten Mercosur-Vorschlag vorzulegen, der die offenen Streitpunkte beinhaltet. Lösungen fehlen bisher unter anderem bei den geografischen Ursprungskennzeichnungen und beim Patentrecht.


Nach dem unerwartet harmonischen Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker streben die südamerikanischen Länder einen schnellen Abschluss mit der EU an. Die Neuaufnahme der Handelsgespräche zwischen der USA und der EU wird aufmerksam beobachtet. Befürchtet wird, dass sich die EU bei einem weiteren Stillstand in den Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten zunächst auf die Gespräche mit den USA konzentrieren könnte.

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