Proteinreduzierte Fütterung

China braucht weniger Bohnen


Mit einem Bündel von Maßnahmen könnte China seinen Bedarf an Sojabohnen schon in diesem Jahr deutlich senken. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Fütterung.

Durch die Umstellung auf proteinarme Futtermittel, die Verwendung anderer Eiweißkomponenten und der Erhöhung der eigenen Produktion könnte China schon in diesem Jahr seinen Importbedarf für Sojabohnen um 10 Mio. t senken, berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Mit der proteinreduzierten Fütterung machen Tierhalter in Deutschland seit Jahren gute Erfahrungen. In China steigt das Interesse an diesem Konzept ebenfalls, die Motive sind aber andere. Während in Deutschland vor allem erreicht werden soll, dass die Tiere weniger Nährstoffe ausscheiden, könnte die proteinreduzierte Fütterung in der Volksrepublik dabei helfen, den Sojaverbrauch zu senken.

Produktionskapazität für Aminosuren vorhanden

Derzeit werde diese Art der Fütterung von der Regierung gefördert, berichtet Xinhua. Forschungen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zeigten, dass eine Absenkung des Proteinanteils keine negativen Auswirkungen auf die Schweineproduktion habe, wenn dem Futter vier spezifische Aminosäuren hinzugefügt werden. China besitze ausreichende Produktionskapazitäten für diese Aminosäuren. Durch die Verwendung von proteinarmen Futter könnte die chinesische Sojaschrotnachfrage um 5 bis 7 Prozent reduziert werden, war der Menge von etwa 5 Mio. t Sojabohnen entsprechen würde.

Einsatz anderer Ölschrote steigern

Reduziert werden könne der Importbedarf für Sojabohnen zudem durch die stärkere Verwendung anderer Eiweißkomponenten. Bisher sei Soja wegen des niedrigen Preises das attraktivste Proteinfutter. Die steigenden Sojaschrotpreise würden andere Ölschrote wettbewerbsfähiger machen. Für den Import alternativer Eiweißkomponenten gebe es einen „riesigen Spielraum“, zitiert Xunhua einen chinesischen Experten. Wenn China in diesem Jahr die Importe von Rapssaat um 2,5 Mio. t, von Sonnenblumenschrot um 3,5 Mio. t und von Palmkernschrot um 3 Mio. t erhöhen würde, könnte das Land theoretisch die Sojabohnenimporte um 6 Mio. t reduzieren, so der Experte weiter.

Großes Potential für größere Sojafläche

Durch den Anstieg der Sojabohnenfläche um 667.000 ha in diesem Jahr werde die einheimische Produktion steigen. Darüber hinaus gebe es in China weiteres Potential für die Ausdehnung der Produktion. Fu Tingdong, Professor an der Huazhong Agricultural University in der zentralen Provinz Hubei, ist der Meinung, dass 4 Mio. ha ungenutztes Ackerland im Jangtse-Becken für den Anbau von Sojabohnen genutzt werden könnten.

Der Importbedarf sinke zudem, weil die Nachfrage sinkt. Wegen schlechter Verdienstmöglichkeiten in der Fleischproduktion sei der Sojaschrotverbrauch im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent gesunken.

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