Demonstrationen

Polnische Bauern protestieren


In Polen formiert sich eine neue Agraropposition. Die Forderungen: Eine effizientere Bekämpfung der Schweinepest, aber auch mehr Schutz vor Importen und ausländischem Kapital.

Am Mittwoch haben polnische Bauern in der Hauptstadt demonstriert, um Polens Präsidenten Andrzej Duda auf die nach Ansicht der Initiatoren katastrophale Situation in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Organisator der sogenannten „Belagerung Warschaus" ist die 2018 gegründete AGROunia unter ihrem Vorsitzenden Michał Kołodziejczak, der unzufriedene Bauern mobilisieren will. Die Proteste richten sich aktuell gegen Versäumnisse bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Es gibt aber auch fundamentale Kritik. Kołodziejczak ist überzeugt, dass die polnische Regierung ihre nationalen Landwirte zu wenig schützt und diese durch die hohen Importe von Agrarprodukten Einkommensverluste hätten. Der AGROunia-Vorsitzende hat bereits mit Polens Agrarminister Jan Krzysztof Ardanowski darüber gesprochen, diesen Dialog aber mittlerweile abgebrochen. Jetzt überbringt er die Forderung nach einem stärkeren Schutz des Binnenmarktes direkt an den polnischen Präsidenten – mit dem bäuerlichen Aufmarsch vor dem Präsidentenpalast. Dazu dienen Aussagen wie: „Unternehmen und ausländisches Kapital haben uns längst den Wirtschaftskrieg erklärt."

Während Polens Agrarminister (Bildmitte) am Mittwoch in Niederschlesien mit Landwirten diskutiert, gehen Bauern in Warschau auf die Straße.
Foto: MinRol
Während Polens Agrarminister (Bildmitte) am Mittwoch in Niederschlesien mit Landwirten diskutiert, gehen Bauern in Warschau auf die Straße.
Agrarminister Ardanowski, der am Mittwoch nicht in Warschau war, sondern Landwirte in Niederschlesien getroffen hat, bezeichnete die Aktionen der AGROunia als „weitreichenden Größenwahn" und unterstellte dem Vorsitzenden Kołodziejczak „völlige Unwissenheit bei der Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Europäischen Union, den EU-Behörden und Polen".

 

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