Futterfreigabe

Konrad befürchtet Vertrauenskrise bei Bio


Carina Konrad (FDP) plädiert für Ordnung am Markt für Biomilch
Foto: jst
Carina Konrad (FDP) plädiert für Ordnung am Markt für Biomilch

Erzeuger von Biomilch dürfen per Ausnahmeregelung konventionelles Grundfutter einsetzen. Die stellvertetende Vorsitzende des Agrarausschusses im Bundestag, Carina Konrad, mahnt zum sorgfältigen Umgang mit den knappen Rohstoffen.

"Allen Milchviehhaltern, die 2018 von der Dürre betroffen sind, fehlt Futter", erklärt die FDP-Parlamentarierin in einer aktuellen Stellungnahme. Die vom Land Niedersachsen beschlossene Erlaubnis zur Verfütterung konventioneller Futtermittel an Biobetriebe betrachtet sie kritisch. Daraus könne einerseits eine Vertrauenskrise im deutschen Markt für hochpreisige Biomilch entstehen, zudem würden die Marktverhältnisse gestört, meint Konrad.

Biogasbauern als Futteranbieter

"Wenn jetzt Biobauern den konventionellen Betrieben das Futter wegkaufen, stellt sich mir die Frage, wieso die Bundesregierung nicht die Biogasbauern auffordert, ihre Erzeugnisse als Futtermittel zu verkaufen", lautet ihre Position. Schließlich drohe die Gefahr, dass Tiere verhungern oder vorzeitig geschlachtet werden müssen. In der Frage sei für sie ganz klar: Trog schlägt Tank. Das letzte, was der Markt für Biomilch gebrauchen könnte sei eine Vertrauenskrise. Es liege im eigenen Interesse der Akteure, das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu erhalten, damit der hohe Preis für Biomilch nicht weiter unter Druck gerate, appelliert Konrad.

Arla besteht auf Transparenz
Großes Verständnis zeigt die Bundestagsabgeordnete für das Vorgehen der Molkerei Arla für deren Weigerung, die mit konventionell erzeugtem Grundfutter erzeugte Biomilch zu vermarkten. Die Umstellung auf Bio-Milchvieh erfordere zwei Jahre, in denen der Staat eine Umstellungsprämie zahle. Diese diene der Unterstützung der umstellenden Betriebe, die in dieser Zeit geringere Milcherträge hätten und diese auch nicht als höherpreisige Biomilch vermarkten könnten.



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