GAP

DLG und Bioland fordern Ende der Flächenprämien


Hubertus Paetow formuliert gemeinsam mit Bioland Vorschläge zur GAP.
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Hubertus Paetow formuliert gemeinsam mit Bioland Vorschläge zur GAP.

Vertreter von Ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft beleben die Debatte um die gemeinsame Agrarpolitik. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und Bioland wollen die derzeitige Subventionspraxis verändern.

„Eine pauschale Flächenbeihilfe hilft am Ende nur den Verpächtern, nicht aber den Bauern“, erklärt der DLG-Präsident Hubertus Paetow in einem Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Darin spricht er sich gemeinsam mit Bioland-Chef Jan Plagge für einen grundsätzlichen Umbau der EU-Agrarsubventionen aus. Die Zahlungen aus Brüssel sollten an gesamtgesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft etwa für den Umwelt- oder Tierschutz ausgerichtet werden, nicht aber an der Fläche, betont Plagge am heutigen Mittwoch in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Paetow hält einen Umbau bis zum Jahr 2034 für realistisch. Die Betriebe bräuchten die Zeit, um sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen. Beide Verbandspräsidenten sprachen sich hingegen gegen die Deckelung der Prämien aus. Das sei Symbolpolitik. Es gehe nicht um die reine Größe von Betrieben.


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  1. Gerald Aichinger
    Erstellt 14. Februar 2019 10:37 | Permanent-Link

    Ich bin als Landwirt gegen Förderungen. Werden wir doch endlich Unternehmer. Produzieren wir nicht mehr auf Grenzertragsflächen, werden die Agrarpreise steigen, Lebensmittel wertvoller und die Bauern mehr geschätzt. Dann werden sie auch eine bessere Entlohnung für ihre Leistungen erhalten.

  2. Thomas Schmidt
    Erstellt 14. Februar 2019 17:43 | Permanent-Link

    Die Hoffnung auf steigende Preise, wenn in Europa Grenzertragsflächen nicht mehr bewirtschaftet werden, ist angesichts des EU-Anteils an der weltweiten Getreide- und Ölsaatenproduktion hochgradig naiv. Dann müsste ja der Preis bereits jetzt durch Umstellungen auf Bio schon steigen, davon habe ich nichts gemerkt. Die Welt ist vernetzt, wir Europäer fühlen uns zwar wichtig in der Welt, sind es aber nicht. Die Preise würden im Promillebereich steigen, müssten aber um 20 % nachhaltig steigen, um den Verlust der Förderungen zu kompensieren, davon träume ich noch nicht mal nachts. Gleichzeitig erwarte ich nicht, dass die Pachten 1 zu 1 sinken, gleichzeitig habe ich ja auf Eigentumsflächen diese Kompensation nicht. Das ist vielleicht ein Wunschmodell für Pachtbetriebe, die es versäumt haben, ihre bewirtschafteten Flächen rechtzeitig zu kaufen.
    Von der DLG, deren Mitglied ich bin, würde ich schon erwarten, an dieses Thema differenzierter heranzugehen. Dieser Liberal-Populismus ist sicherlich kontraproduktiv in der jetzigen Phase der Agrarpolitik.

  3. Aichinger
    Erstellt 16. Februar 2019 09:20 | Permanent-Link

    Lieber Herr Schmidt, nehme die mir unterstellte hochgradige Naivität zur Kenntnis, empfehle ihnen doch einige Dinge zu bedenken: - Neuseeland hat vor längerer Zeit sämtliche Agrarförderungen eingestellt, es entwickelte sich eine Wettbewerbs- und zukunftsfähige Landwirtschaft. Die Weltbevölkerung wird älter und wächst weiter. Bedarf hochveredelter Lebensmittel wird steigen. Umstellungszeitraum auf 0-Förderung: 10 Jahre, maßvolle Förderung für nicht Lebensmittel produzierende Ökoflächen und Ausstiegsförderung von Landwirten in andere Wirtschaftsbereiche. Die verbleibenden werden produktiver!
    Nebenbei bemerkt, habe vor 50 Jahren, trotz meiner Naivität, mit einem geerbten 70 ha Betrieb begonnen, meine Familie bewirtschaftet heute ca. 6.500 ha, davon 1500 ha Eigengrund. Sehe auch bei Nicht-Förderung eine positive Entwicklung.

  4. Dr.Ulrich Wrankmore
    Erstellt 16. Februar 2019 14:03 | Permanent-Link

    "Die Zahlungen aus Brüssel sollten an gesamtgesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft etwa für den Umwelt- oder Tierschutz ausgerichtet werden, nicht aber an der Fläche, ..." Plagge am 13.2.19 in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
    Für den Autor ist wahrscheinlich die Ernährung der Bevölkerung keine gesamtgesellschaftliche Leistung der Landwirtschaft. Bedenklich ist, dass sich an dieser Meinung wohl auch Herr DLG-Präsident Hubertus Paetow beteiligt.

  5. Thomas Schmidt
    Erstellt 18. Februar 2019 14:56 | Permanent-Link

    Herr Aichinger, das war sicher nicht persönlich gemeint. Der Unterschied zu Neuseeland ist nur der, dass in Neuseeland auch die Landwirtschaft liberalisiert wurde und nicht, wie in der EU in wettbewerbsverzerrender Weise durch immer neue Vorschriften und Produktionsauflagen zunehmend gefesselt wird. Wenn wir so frei produzieren können wie in Neuseeland, Kanada,... bin ich bei Ihnen, in Europa ist aber politisch und gesellschaftlich die wettberwerbsfähige Produktion nicht erwünscht.

  6. Aichinger
    Erstellt 20. Februar 2019 08:06 | Permanent-Link

    Herr Schmidt, stimme Ihren Äußerungen 100 % zu. Die Entwicklung einer international wettbewerbsfähigen Landwirtschaft braucht viele Voraussetzungen, nicht alle sind politisch gewollt. So gesehen ist die Diskussion Landwirtschaft ohne Förderungen nur eine akademische.

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