Geflügelwirtschaft

Sorge um inländische Tierhalter


USDA

Der Anteil der im Inland erzeugten Menge an Geflügelfleisch am Gesamtverbrauch in Deutschland sinkt kontinuierlich. Steigende Importmengen aus Osteuropa setzen die Erzeuger unter Druck.

"Wenn sich nichts ändert, verlieren wir in den nächsten fünf Jahren 30 Prozent der Betriebe", so Paul-Heinz Wesjohann, Mitglied des Präsidiums des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) in Berlin. Spitzenvertreter der Deutschen Geflügelwirtschaft hatten in dieser Woche Ihre existenziellen Sorgen gegenüber Agrarpolitikern im Deutschen Bundestag im persönlichen Gespräch zum Ausdruck gebracht. Durch zunehmend auf den Markt drängende Importe sinke der Selbstversorgungsgrad in Deutschland spürbar. Dieser liege für Puten bei 73 Prozent, bei Gänsen bei "erschütternd niedrigen 13 Prozent", selbst für Masthähnchen liege er bereits deutlich unter 100 Prozent, erklärt der ZDG. "Mit jedem importierten Kilogramm Geflügelfleisch aus Osteuropa komme weniger Tierschutz nach Deutschland", erklärt ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke. Weitere nationale Alleingänge mit Verschärfungen im Umwelt- und Tierschutzrecht würden wichtige Entwicklungsperspektiven für tierwohlorientierte deutsche Tierhalter zerstören, so Ripke.

Großverbraucher bestellen in Osteuropa

Insbesondere in dem mit einem Anteil von rund 65 Prozent für den Absatz enorm wichtigen Segment der Großverbraucher wie Restaurants, Kantinen und Großküchen verliere Deutschland praktisch täglich Marktanteile an Billigimporte aus Osteuropa, so der ZDG. Der Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, Alois Gerig (CDU) äußerte seine Betroffenheit. Der erschreckende Rückgang der Selbstversorgung bereite ihm große Sorgen, so Gerig.

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