Genossenschaftsverband Bayern

Todesstoß für Einkaufsgenossenschaften

Nicht begeistert von den Vorschlägen zur Eindämmung unfairer Handelspraktiken ist der Genossenschaftsverband Bayern.
GVB
Nicht begeistert von den Vorschlägen zur Eindämmung unfairer Handelspraktiken ist der Genossenschaftsverband Bayern.

Um den Missbrauch von Marktmacht im Lebensmitteleinzelhandel zu verhindern, arbeitet die EU-Kommission an einer Richtlinie. Doch jetzt könnten dabei auch die Einkaufsgenossenschaften unter die Räder kommen.

Was in der ursprünglichen Konzeption zur Begrenzung der Marktmacht einzelner Handelsketten gedacht war, läuft nun Gefahr, zum Flurschaden für Genossenschaften zu werden. Denn durch einen Änderungsantrag des EVP-Europa-Abgeordneten Albert Deß wurde ein Verbot von Einkaufsgemeinschaften in den Richtlinienvorschlag des EU-Parlaments zu den "unfairen Handelspraktiken" eingebracht.


Das wäre das Aus von mehr als 200 Einkaufsgenossenschaften in Bayern, die im Bereich von Lebensmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen tätig sind, befürchtet Dr. Jürgen Gros, der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB). „Damit würde aus einer grundsätzlich berechtigten Initiative der EU-Kommission ein Todesstoß für Einkaufsgenossenschaften“, sagt Gros, Präsident heute in München.

Politische Vernunft gefordert

Einkaufsgenossenschaften hätten eine lange Tradition und entsprechen dem genossenschaftlichen Gedanken der Selbsthilfe. Die Unternehmen koordinieren den gemeinsamen Einkauf von Rohstoffen, Waren oder Anlagen ihrer Mitglieder. Der GVB-Präsident will sich dafür einsetzen, dass in die anstehenden Trilog-Verhandlungen zur Finalisierung der Richtlinie „politische Vernunft“ einzieht: „Das eingebrachte Verbot von Einkaufsgenossenschaften im Bereich von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen muss kassiert werden“, fordert Gros nachdrücklich.

Der GVB vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 1.260 genossenschaftlichen Unternehmen. Dazu zählen 244 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie mehr als 1.000 ländliche und gewerbliche Unternehmen mit insgesamt rund 50.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Mitgliedern.

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