Gentechnikgesetz

Bioökonomierat fordert neue Grundlage

Das EU-Gentechnikrecht wird neuen Anforderungen nicht gerecht, meint der Bioökonomierat in Berlin. Die Chancen neuer Verfahren wie das Genome Editing sollten auch in der EU nutzbar gemacht werden.

Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 25. Juli 2018 fallen neue genverändernde Technologien wie beispielsweise das Genome Editing (CRISPR) unter das EU-Gentechnikrecht. Daher müssten sie von diesem vorgeschriebene zeitaufwändige Zulassungsverfahren durchlaufen, heißt es in einer Mitteilung des Bioökonomierats. Jedoch stünden diese Technologien nach Einschätzung der Ko-Vorsitzenden des Bioökonomierats, Prof. Christine Lang, vor einem Durchbruch in Wissenschaft und auch Unternehmen. "Weltweit werden bereits heute neue Medikamente, klima-angepasste und widerstandsfähige Nutzpflanzen, gesundheitsfördernde Lebensmittel und umweltfreundliche Produktionsverfahren mit Hilfe von CRISPR und Co. entwickelt", so Lang. Deutschland bleibe bei dieser "biologischen Revolution" außen vor. 

Daher appelliert der Bioökonomierat an die Politik, das geltende Gentechnikrecht zu modernisieren. Die Lösung könne dabei nicht in einer kompletten Freigabe der neuen Technologien liegen. Es gebe auch Risiken einer zu rasanten und unkontrollierten Ausbreitung. Ds EU-Gentechnikrecht könne den Chancen und Herausforderungen der Technologien in seiner jetzigen Form nicht gerecht werden. Benötigt werde eine an den Forschritt angepasste Novellierung der Rechtsgrundlage. "Wichtig ist eine Regulierung, die zwischen Mutationen und Gentransfers unterscheidet und risikoorientierte Verfahren für die Zulassung und Freisetzung vorsieht", sagt Lang. Dazu habe der Bioökonomierat eine differenzierte Bewertung der Technologien vorgelegt.

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