Gepanschte Wurst

DLG bessert nach


Eine Lebensmittelexpertin bei der sensorischen Prüfung von Wurst.
Foto: DLG
Eine Lebensmittelexpertin bei der sensorischen Prüfung von Wurst.

Die DLG verschärft ihre Qualitätsprüfungen bei Fleischerzeugnissen. Separatorenfleisch soll keine Medaillen mehr erhalten können.

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) kündigt grundlegende Veränderungen bei den DLG-Prüfungen für Fleischerzeugnisse an. Anlass ist, dass Journalisten eine mit Separatorenfleisch, hydrolysierten Eiweißen und Blutplasma aufgehübschte Wurst beim DLG-Testzentrum einreichten und mit dieser gepanschten Wurst eine Silbermedaille gewannen.

 
„Wir bedauern es sehr, dass der Eindruck in der Öffentlichkeit entstanden ist, dass die DLG minderwertige Produkte auszeichnet. Wir haben die Situation in den vergangenen Tagen analysiert und werden alles dafür tun, die Glaubwürdigkeit in unsere Prämierungen durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen“, so Rudolf Hepp, Geschäftsführer des DLG-Testzentrums Lebensmittel.

Zu den Maßnahmen gehören intensivere Laboruntersuchungen und mehr Stichprobenanalysen. Dies umfasse laut DLG auch das Screening auf unerlaubte Zutaten, Untersuchungen von Verdachtsproben auf Formfleisch, Untersuchungen des Aminosäurespektrums, den Ausschluss von unerlaubtem Fremdeiweiß sowie histologische Untersuchungen. Mittels histologischer Untersuchungen kann unter anderem eine maschinelle Zerkleinerung des Muskelgewebes bestimmt und auf Knochenpartikel geprüft werden.

Außerden will die DLG bei Einreichung der Produkte künftig einen rechtssicheren Nachweis verlangen, der die Verwendung von Separatorenfleisch im Produktionsprozess ausschließt. Eine DLG-Arbeitsgruppe wird zu der grundlegenden Weiterentwickelung der Qualitätsprüfungen konkrete Vorschläge erarbeiten.

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