Gesundheitsbehörde Anvisa

Brasilien: Glyphosat nicht krebserregend


Sojaernte in den Cerrados, den Savannen im Südosten Brasiliens.
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Sojaernte in den Cerrados, den Savannen im Südosten Brasiliens.

Die brasilianische Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) sieht bei einem sachgemäßen Gebrauch von Glyphosat keine Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung. Damit fehlen die Voraussetzungen für ein Verbot.

Glyphosat sei weder als mutagen noch als krebserregend oder fortpflanzungsgefährdend einzustufen, lautet das Ende Februar in Brasiliens Hauptstadt Brasília bekannt gegebene Neubewertungs-Ergebnis. Bereits vor rund zehn Jahren startete in dem südamerikanischen Land eine Neubewertung von Glyphosat, meldet Agra-Europe. Ein größeres Gesundheitsrisiko bestehe einzig für Anwender, so die Gesundheitsbehörde. Diese sollten daher künftig unter anderem durch Schutzkleidung, die Nutzung abdriftarmer Ausbringtechnologien und ein längeres Betretungsverbot behandelter Bestände besser geschützt werden.

Der Bewertung liegt laut Anvisa die Analyse von Studien zur Gesundheitswirkung von Glyphosat und zu Pflanzenschutzmittelvergiftungen sowie zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln und Trinkwasser zugrunde. Die Schlussfolgerungen fallen ähnlich aus wie die Neubewertungen des Wirkstoffs in anderen Ländern, etwa in den USA, Kanada und der Europäischen Union. So hält es auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) für unwahrscheinlich, dass Glyphosat bei sachgerechter Anwendung ein Krebsrisiko für den Menschen darstellt. Dieselbe Auffassung vertritt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Demgegenüber stuft die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Allerdings verfolgt die IARC einen anderen Ansatz zur Bewertung von Glyphosat. 

Die Frage des Gesundheitsrisikos durch Glyphosat beschäftigt auch das Bundesgericht im US-Bundesstaat Kalifornien, wo seit vergangener Woche ein Prozess gegen die Bayer-Tochter Monsanto läuft. Kläger Edwin Hardermann beschuldigt das Unternehmen, dass dessen glyphosathaltiges Produkt Roundup seinen Lymphdrüsenkrebs verursacht habe. Hardermann leidet unter der gleichen Erkrankung, die der Kläger im ersten kalifornischen Verfahren hatte.

Baumann: "Fakten auf unserer Seite“

Es handelt sich um einen Musterfall in einem Massenverfahren. Bayer zeigte sich kampfeslustig. In Zusammenhang mit Glyphosat sollen bis zum 28. Januar 2019 in den USA Klagen von etwa 11.200 Klägern zugestellt worden sein. „Wir haben die wissenschaftlichen Fakten auf unserer Seite“, betonte Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann. Der Konzern werde „dieses wichtige und sichere Herbizid für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft weiter entschieden verteidigen“.

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