Gewerkschaften

Tarifeinigung in der Landwirtschaft erzielt

Höhere Löhne und flexiblere Arbeitszeiten, das sind die Kernpunkte einer Bundesempfehlung, auf die sich der GLFA und die IG BAU heute verständigt haben. Auch die Ausbildungsvergütung soll demnach steigen.

Der Gesamtverband der Deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V. (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben heute eine Bundesempfehlung für Landarbeiter beschlossen. Demnach werden die Löhne und Gehälter ab dem 1. Januar 2018 um 3 Prozent, ab dem 1. Januar 2019 um 2,5 Prozent und ab dem 1. Januar 2020 um weitere 1,5 Prozent angehoben. Die Bundesempfehlung soll bis Mitte 2020 gelten. Die Tarifhoheit liegt bei den Mitgliedsverbänden des GLFA, teilte der Verband mit. Nunmehr komme es darauf an, die Inhalte der Bundesempfehlung zügig in regionalen Verhandlungen mit der IG BAU umzusetzen.

Zuletzt gab es im Juli 2014 eine Lohnerhöhung für Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft. Daher haben sich GLFA und IG BAU darauf geeinigt, zum Ausgleich alle Lohngruppen in den regionalen Tarifverträgen auf Basis der am 30. Juni 2015 geltenden Tariflöhne vorab rechnerisch um 3 Prozent zu erhöhen.

Der Lohn in der untersten Lohngruppe beträgt ab dem neuen Jahr 9,10 € pro Stunde. Ab dem 1. Januar 2019 gilt der Betrag des gesetzlichen Mindestlohns.

Zwei Varianten für flexiblere Arbeitszeiten

Zur Flexibilisierung der Arbeitszeit sieht die Bundesempfehlung zwei Ausgestaltungen vor. Kernpunkte sind dabei eine Jahresarbeitszeit von 2.088 Stunden, eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden sowie eine Verstetigung des Monatseinkommens.

Der Präsident des GLFA, Martin Empl, sieht die Bundesempfehlung als positives Signal für eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf den Betrieben an. Die Arbeitgeber würden damit die Arbeit der Beschäftigten anerkennen und ihr Engagement würdigen. Auch mit der Empfehlung, die Ausbildungsvergütungen überproportional zu erhöhen, komme zudem der Wille zum Ausdruck, den Ausbildungsberuf Landwirt attraktiv zu halten und Nachwuchs zu sichern.

 

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