Grüne Woche

Gipfel für „Fair Play“


Rund 70 internationale Agrarminister diskutieren im Weltsaal im Auswärtigen Amt über fairen Handel.
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Rund 70 internationale Agrarminister diskutieren im Weltsaal im Auswärtigen Amt über fairen Handel.

Mit rund 70 internationalen Ressortkollegen tritt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) für einen fairen und regelbasierten Weltagrarhandel ein. Auf der Straße kocht derweil die Kritik am Mercosur-Abkommen hoch und US-Vertreter bleiben lieber weg.

Eine verbeulte Milchkanne und einen Forderungskatalog. Das gab Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Ressortchefin Julia Klöckner mit auf den Weg ins Auswärtige Amt zum Internationalen Agrarministergipfel unter dem Motto „Nahrung für alle! Handel für eine sichere, vielfältige und nachhaltige Ernährung“ anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Vor dem Auswärtigen Amt hatte sich die Bundesagrarministerin kurz vor Beginn der Demonstration von verschiedenen NGOs und alternativen Landwirtschaftsverbänden unter dem Motto „Wir haben es satt!“ zu den Protestierenden begeben. „Wir bekommen 33 Cent je Liter für unsere Milch, während große Molkereien hierzulande Milchpulver nach Afrika liefern und dort mit Entwicklungshilfegeld finanzierte Wertschöpfungsketten kaputt machen“, kritisierte AbL-Mann Janßen.

IGW: Streifzug über die Grüne Woche


Klöckner verteidigt Teilnahme Brasiliens

Sie wolle Ernährungssicherung für alle, versprach Klöckner den Demonstranten. Dazu brauche es fairen globalen Handel und transparente Lieferketten für alle. „Wir müssen Lieferketten sicher gestalten“, so Klöckner. Außerdem müsse gewährleistet sein, dass der Handel fair gegenüber „unseren Landwirten“ ablaufe: „Ich habe volles Verständnis dafür, dass Landwirte sonst sagen ‚es kann nicht sein, dass ich strenge Nachhaltigkeitsregeln erfülle, während woanders Wälder abgeholzt werden‘“, bekräftigte Klöckner. „Deshalb ist es wichtig, dass ich heute die brasilianische Agrarministerin Tereza Cristina treffe“, unterstrich die deutsche Ressortchefin.

Kritiker haben anlässlich des Internationalen Agrarministertreffens kritisiert, dass die brasilianische Ministerin dort sprechen darf. Auch die Ablehnung am Mercosur-Handelsabkommen angesichts der Regenwaldabholzungen unter dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro sowie der Angst vor „Dumping-Importen“ von Fleisch aus Südamerika in die EU ist zum Agrarministergipfel noch einmal hochgekocht.

WTO-Blockierer USA bleibt Gipfeltreffen fern

Klöckner betonte auf dem Agrarministergipfel, dass die versammelten Ressortchefs dafür eintreten würden, dass im internationalen Warenverkehr „nicht das Recht des Stärkeren gelten darf“.  Deshalb sei es wichtig, dass die Welthandelsorganisation WTO auf dem Agrarministergipfel vertreten sei. „Wir unterstützen das Anliegen der WTO. Streitschlichtung muss weiterhin möglich sein“, betonte Klöckner mit Blick auf die Blockade des Schiedsgerichtswesens durch die USA, die eine Ernennung neuer Berufsrichter für das Gremium blockieren. Allerdings fehlten die USA selbst auf der Liste der Teilnehmer des Internationalen Agrarministertreffens.

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