Glyphosat

BfN spricht von gravierenden Risiken


Vor der am Freitag anstehenden Debatte im Bundesrat über Glyphosat  bringt sich das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Position. Es zitiert wissenschaftliche Studien, die erhebliche negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt zeigen.

Das BfN weist auf die "gravierenden Risiken glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel" hin und empfiehlt die Anwendung in Deutschland so schnell wie möglich zu beenden. Nach der Entscheidung der Wiederzulassung von Glyphosat in Europa muss nun der Bundestag entscheiden, wie es mit dem Wirkstoff in Deutschland weiter geht. Zudem ist für morgen eine Debatte des Bundesrates geplant. 

„Der Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln hat, das belegen die von uns ausgewerteten wissenschaftlichen Studien, erhebliche negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Das treffe auch für die in Deutschland derzeit zugelassenen Anwendungen zu. Und das könnte zum Beispiel den Insektenrückgang noch verstärken.

Strengere Regeln für Schutzgebiete
  • Glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel sollen laut BfN nur angewendet werden dürfen, wenn die Betriebe zugleich auch einen Mindestanteil an Fläche mit ökologischer Ausgleichsfunktion ohne entsprechenden Herbizideinsatz aufweisen.
  • Außerdem soll der Einsatz in Schutzgebieten wie Natura-2000, Nationalparks, Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten sowie in Wasserschutzgebieten und auf Gewässerrandstreifen über die bestehenden Vorschriften hinaus so weit und so schnell wie möglich zu verboten werden.


Direkte Auswirkungen auf die Flora zeigten sich demnach unter anderem bei gefährdeten Ackerwildkrautarten. Direkte Auswirkungen auf die Tierwelt seien vor allem in Gewässern und Feuchtgebieten, und dort bei Amphibien nachgewiesen, so das BfN.  

Indirekte Wirkungen stärker gewichten

Gravierender seien die indirekten Auswirkungen: Die großflächige Vernichtung der die Äcker begleitenden Flora verknappe die Nahrung für blütenbesuchende und auf Wildkräuter spezialisierte Insekten. Das BfN hat dazu Empfehlungen in dem Positionspapier Auswirkungen von Glyphosat auf die Biodiversität veröffentlicht. Es empfiehlt, die indirekten Wirkungen auf die biologische Vielfalt bei Wirkstoffprüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln stärker zu berücksichtigen und auf allen Ebenen zum Gegenstand der Prüfungen und Entscheidungen zu machen.

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