Glyphosat-Ausstieg

Klöckner: Verbot kommt 2022


Foto: AG Glyphosat

Das Glyphosat-Verbot in Österreich sorgt auch in Deutschland für Aufsehen. Bis 2022 hat Glyphosat in der EU eine Zulassung. Ein Verbot wird es bis dahin in Deutschland nicht geben.



Nach 2022 könnte Glyphosat in der EU verboten werden, glaubt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Im "Tagesspiegel am Sonntag" sagte sie, es sei nicht davon auszugehen, dass es nach 2022 noch eine Mehrheit in der EU für eine Verlängerung der Zulassung geben werde.

Es sei aber nicht möglich, den Wirkstoff Glyphosat in Deutschland auf nationaler Ebene zu verbieten. "Das europäische Recht besagt, dass ein nationales Totalverbot nicht möglich ist, solange Glyphosat in der EU zugelassen ist", so die CDU-Politikerin. Die Bundesregierung will Anfang Herbst eine Reduktionsstrategie für den langsamen Ausstieg von Glyphosat vorlegen.

In der EU ist Glyphosat bis 2022 zugelassen. Österreich hat vor Kurzem ein komplettes Verbot beschlossen. Es ist unklar, ob es mit dem EU-Recht vereinbar ist.

Die Diskussion um die Zukunft von Glyphosat in Deutschland reißt nicht ab. In Deutschland soll der Einsatz schrittweise reduziert werden.

 

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) ist weiterhin der Meinung, dass es für den Wirkstoff Glyphosat  nach Ablauf der Zulassung bis 2022, keine Mehrheiten in der EU-Kommission sowie unter den EU-Mitgliedsstaaten geben wird. Damit wird es auch kurzfristig zu keinem Glyphosat-Verbot in Deutschland kommen. Klöckner verweist in Brüssel am Montag auf die bekannten Eckpunkte der geplanten Glyphosat-Minimierungsstrategie. An dieser Verordnung arbeiten die Referenten im Bundesagrarministerium (BMEL) seit 2018. Mit dieser Verordnung soll die Vereinbarung im  Koalitionsvertrag umgesetzt werden. Darin wurde im Frühjahr 2018 festgehalten, die Anwendung von Glyphosat in Deutschland so schnell wie möglich grundsätzlich unter Einhaltung der europäischen Gesetze zu beenden.  In der EU ist Glyphosat bis 2022 zugelassen. Alternativen zur Glyphosatanwendung sollen in der vom BMEL geplanten Ackerbaustrategie aufgezeigt werden. Die Eckpunkte zur Glyphosat-Minimierungsstrategie, auf die Klöckner auch in Brüssel hingewiesen hat sind:

Verbot von Glyphosat in Haus- und Kleingärten.

Anwendungsverbot von Glyphosat in Parks und Sportanlagen.

Anwendung von Glyphosat in der Nähe von Gewässern

Verbot auf landwirtschaftlichen Flächen, auf denen es keine Saumstrukturen und Rückzugsräume für Vögel, Tiere und Insekten gibt.

In Naturschutzgebieten soll es keine Ausnahmeregelung für den Einsatz von Glyphosat geben.

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  1. Weidemann
    Erstellt 15. Juli 2019 08:53 | Permanent-Link

    Ob das Roundupverbot sinnvoll ist oder nicht

    Bei uns wurde ein DB-Gleis stillgelegt und nach 3 Jahren waren schon kleine Bäume gewachsen. Und Bäume heben Beton, Teerflächen und ebensfalls Bahngleise an, dieses führt zur Verwerfung im Bahnkörper. Der Zugfahrer kann die Gleise nach Verkrautung nicht mehr einsehen bzw.
    Schadstellen sehen! Wenn Richtungsweichen nicht mehr entkrautet werden, kann es zur Entgleisung führen. Wie sicher sind die Bahngleise noch in Österreich in 3- 5 Jahren? Ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet muss die Bahn eingestellt werden.
    Der Wirkstoff Roundup sollte weiterhin zugelassen sein und die Anwendung sollte spezifiziert werden, z.B. Einsatz Bahngleise, Quecke in landwirtschaft/forstwirtschaftlichen Nutzung.

  2. V.Dreses
    Erstellt 15. Juli 2019 17:21 | Permanent-Link

    Glyphosateinsatz muss auch unter dem Aspekt des Klimawandels gesehen werden! Die neueste Studie aus Schweden besagt, ohne Glyphosat wird deutlich mehr CO2-Äquivalenz frei gesetzt. Also dient der Einsatz von Glyphosat dem Klimaschutz!!! Dies sollte kommuniziert werden!

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