Glyphosat

Bartmer: "Schluss mit dem Ablasshandel"

DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer
-- , Foto: DLG
DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer

Einen zielgerichteten Einsatz von Glyphosat fordert Carl-Albrecht Bartmer. Eine deutliche Reduktion der Mengen hält der DLG-Präsident aber für möglich.

Mit Glyphosat erhält sich die Landwirtschaft einen wirksamen und die Gesellschaft einen ökologisch wertvollen Wirkstoff, sagte Bartmer im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Den Alleingang von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU), für die Zulassung von Glyphosat zu stimmen, wollte Bartmer politisch nicht beurteilen. "Wir müssen uns als Gesellschaft aber schon fragen, ob wir einen Wirkstoff, der nach allen Regeln der Wissenschaft geprüft und für unbedenklich befunden worden ist, einfach ohne Not vom Markt zu nehmen, sagte Barmter gegenüber der NOZ.

Aber auch die Landwirtschaft trage Schuld daran, weil sie nicht proaktiv die Nachhaltigkeit, das „Gesamtkunstwerk“ ins Spiel gebracht hat. "Wir haben uns auch ganz gut mit tatsächlich oder vermeintlich nachhaltigkeitsfördernden Maßnahmen wie Blühstreifen eingerichtet, ohne wirklich transparent Nachhaltigkeitswirkungen zu dokumentieren. Das ist ein bisschen wie Ablasshandel", sagte der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, DLG. 

Mit diesem Ablasshandel müsse Schluss sein. Die DLG wolle die Landwirtschaft auf ihre Nachhaltigkeit hin unter die Lupe nehmen. Bereits heute werde ein Nachhaltigkeitsbericht für die deutsche Landwirtschaft erstellt. Um es noch besser zu machen, fehlten allerdings noch Datengrundlagen.
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