Glyphosat

Bayer kontert frech

Ein Videoclip des Leverkusener Konzerns erhält den Ritterschlag aus der Werbewelt. Bereits im Dezember hatte Bayer frech auf eine WWF-Kampagne zum Thema Glyphosat reagiert.

Melanie und Anne vom WWF erklären im "Die-Sendung-mit-der-Maus"-Stil Ihre Sicht zum derzeit am meisten diskutierten Pflanzenschutzmittel: "Es geht um Glyphosat, Regenwürmer und eine dicke, fette Vertrauenskrise", so die beiden. Dick und Fett sind auch die Verdrehungen der Fakten, die die beiden Damen in dem ansonsten knackigen You-Tube-Video präsentieren.


Mit gleichen Waffen geschlagen

Die Reaktion von Bayer fiel in diesem Fall etwas anders aus. Statt der erbittert geführten Diskussion einen weiteren Informationstext hinzuzufügen, folgte das Unternehmen dem Motto: Mit gleichen Waffen schlagen. Mit einem im selben Stil gedrehten Video kontern Lena und Sophie frech, denn "mehr und mehr schwappen die Probleme einer postfaktischen Meinungsbildung auf die Wirtschaft über", erklärt Bayers Unternehmenskommunikation.

Foto: Screenshot az

Der Werbebranche gefällt das. Die Marketing-Fachzeitung W&V bezeichnet die Videoantwort als "cleveren Kommunikationsschachzug". In Werberkreisen kämen Persiflagen ja in der Regel gut an. So erklärten auch Dreiviertel der Teilnehmer einer W&V-Umfrage die Reaktion für legitim. 

az


Die Reaktion auf der Bayer-Homepage fällt gemischt aus. Sie reichen von "Gerade das gezeigte Reaktions-Video zieht mich eher auf die Seite der Glyphosat-Kritiker", wie Leser Alexander Walther erklärt, bis zu "Tolles Video :-)" von P. Schäfer.

Das Reaktions-Video ist nur auf der Bayer-Plattform zu sehen. Das Unternehmen verzichtet auf eine Verbreitung auf Youtube, damit der Hintergrund verstanden und der Film richtig eingeordnet werde, heißt es. Es sollte hinterfragt werden, wie Unternehmen mit derartigen digitalen Kampagnen heutzutage am besten umgingen. Beim nächsten Video reicht der Mut dann vielleicht auch für den Videokanal You Tube.

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