Glyphosat

Entgleiste Diskussion ist erschreckend


Wieder im Gespräch sind Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.
Foto: BMUB
Wieder im Gespräch sind Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

In aufgeheizten Zeiten über den Glyphosat-Streit setzen die beiden Bundesminister Barbara Hendricks (SPD) und Christian Schmidt (CDU) ein Zeichen zum guten Umgang miteinander. Gegen Schmidt hatte es Morddrohungen gegeben.


Hendricks hatte sich nach Angaben eines Ministeriumssprecher erschüttert über die Gewaltdrohungen gegen Schmidt gezeigt. Schmidt hatte seine Facebook-Seite abgeschaltet. Spontan lud sie ihren Kabinettskollegen heute in Berlin zu einem Treffen ins Bundesumweltministerium. Sie haben ein Zeichen von gutem Umgang in aufgeheizten Zeiten gesetzt, sagte der Sprecher. Bei allem Streit über den Alleingang von Schmidt, für die Wiederzulassung von Glyphosat mit Ja in Brüssel zu stimmen, dürfe dies nicht ins Persönliche gehen.

"Ich finde die Beleidigungen und Gewaltdrohungen gegen Christian Schmidt unerträglich. Darum habe ich ihn heute zu einem Gespräch ins Bundesumweltministerium eingeladen. Unser Dissens ist damit nicht aus der Welt. Aber wir sind uns einig, dass wir kollegial miteinander umgehen wollen. Mein Ziel ist eine naturverträglichere Landwirtschaft, die ohne Glyphosat auskommt und insgesamt möglichst wenig Pestizide verwendet."

Schmidt habe nach eigenen Worten die Einladung von Barbara Hendricks gerne angenommen. Trotz unterschiedlichen Positionen sei kollegialer Umgang wichtig. Wir werden gemeinsam an Lösung arbeiten, um den Einsatz von Glyphosat künftig restriktiver zu gestalten, so Schmidt. Die entgleiste Diskussion sei erschreckend.
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