Glyphosat

Mehr Transparenz stößt auf Zuspruch

Die EU will mehr Tranparenz beim Thema Glyphosat schaffen. Die Reaktionen darauf sind positiv und werten die Entscheidung als Schritt in die richtige Richtung, dem aber weitere folgen müssen. 


Der Protest von mehr als einer Million europäischer Bürger über die Europäische Bürgerinitiative ‚Stop Glyphosate‘ scheine sich jetzt auszuzahlen, kommentiert Martin Häusling, der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Franktion im Europäischen Parlament und Mitglied im EU-Umweltausschuss. Mit ihrem Verordnungsvorschlag versuche die Europäische Kommission für mehr Transparenz bei den wissenschaftlichen Studien im Bereich der Lebensmittelsicherheit zu sorgen. Die Feinheiten des Kommissionsvorschlags werde er in den kommenden Wochen "unter die Lupe nehmen". 

Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, wertet den Vorstoß ebenfalls als Erfolg der Bürgerinitiative. Er reiche aber bei weitem nicht aus. "Hier wird lediglich neue Fassadenfarbe aufgetragen, wo eigentlich eine Grundsanierung oder sogar ein Neubau notwendig wäre. Was wir wirklich dringend brauchen, ist ein Zulassungsverfahren, das alle ökologischen, gesundheitlichen und sozioökonomischen Risiken bei Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen unabhängig und vollständig bewertet, damit die Zulassung gefährlicher Wirkstoffe sicher verhindert werden kann“, erklärt Tackmann.

„Die Vorschläge der EU-Kommission sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, dem aber noch weitere folgen müssen", bewertet es auch Harald Ebener Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik von den Grünen. Die Zulassungsverfahren müssten insgesamt völlig neu organisiert werden. Studien und deren Bewertung dürften nicht länger von den Herstellern selbst gemacht werden. 

Auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, sieht die Entwicklung positiv. „Transparente, wissenschaftliche Bewertungsprozesse müssen auch in Zukunft die Basis für die Zulassung für Pflanzenschutzmitteln und im Lebensmittelrecht insgesamt bleiben. Es ist wichtig, das Vertrauen in die Verfahren und die Wissenschaft insgesamt zu stärken.“

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