Glyphosat-Nachwehen

Risiko-Studien sollen ins Netz


Der Umweltausschuss im Europaparlament stimmt der Verordnung für mehr Transparenz in der Lebensmittelkette zu. Die Initiative entstammt der Glyphosat-Debatte.

Der Umwelt- und Gesundheitsausschuss im Europaparlament hat am Dienstag einem Verordnungsvorschlag für mehr Transparenz bei der Lebensmittelkette zugestimmt. Studien zur Risikobewertung von Lebens- und Futtermitteln sowie zu Zusatzstoffen und Pflanzenschutzmitteln, die auf dem europäischen Markt zugelassen werden sollen, sollen demnach in einer Datenbank zugänglich gemacht werden. „Nur so haben die Öffentlichkeit und unabhängige Wissenschaftler die Chance, sich diese Dokumente anzusehen, sie zu kommentieren und möglicherweise um weitere Erkenntnisse zu erweitern“, kommentierte Martin Häusling, Abgeordneter der Grünen im Europaparlament, das Abstimmungsergebnis.

Ab Antragstellung öffentlich einsehbar

Unter den Parlamentariern war längere Zeit umstritten, zu welchem Zeitpunkt die Studien öffentlich gemacht werden sollten. Nun sprach sich die Mehrheit der Abgeordneten dafür aus, die Studien ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung öffentlich zu machen. Zuvor hatte zur Diskussion gestanden, die Papiere erst nach einer ersten Prüfung der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) der Bevölkerung zugänglich zu machen.

Die Verordnung hatte es auf Drängen der Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“ ins Europaparlament geschafft. Die Abstimmung im Umweltausschuss ist allerdings nur ein erster Schritt. Das Votum des Plenums der Europaparlamentarier steht noch aus. 

Bayer wagt Flucht nach vorn


Das Votum im Umweltausschuss des Europaparlaments erfolgt gut eine Woche bevor der Bayer-Konzern seine eigene Transparenz-Initiative um Zusammenfassungen der Glyphosat-Studien erweitert. Die Studien zu dem umstrittenen Wirkstoff sollen ab dem 7. Dezember online zur Verfügung gestellt werden. Im kommenden Jahr will Bayer nach eigenen Angaben den Zugang zu den vollständigen Sicherheitsstudien ermöglichen, die Bayer gehören und die für die Wiederzulassung des Wirkstoffs im Dezember 2017 in der Europäischen Union bei den zuständigen Behörden eingereicht wurden. 

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