Glyphosat

Parlament verlangt erneute Prüfung


Foto: Monsanto

Der umstrittene Wirkstoff Glyphosat soll zwar nicht gleich verboten werden. Dennoch erwartet das Europaparlament laufende Prüfungen über mögliche Langzeitwirkungen des befristet zugelassenen Herbizids.

Der Sonderausschuss im Parlament hat seinen Bericht über die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln abgestimmt. Darin bringen die Abgeordneten ihr Misstrauen zum Zulassungsverfahren nach der umstrittenen Verlängerung von Glyphosat zum Ausdruck. Im Bericht werden laufende weitere Prüfungen von bereits zugelassenen Wirkstoffen verlangt. Insbesondere soll Glyphosat daraufhin untersucht werden, ob bei langfristiger Anwendung doch noch Krebsrisiken auftreten sollten. Zahlreiche Abgeordnete misstrauen den Studien der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln, obwohl diese die Prüfung zumeist zertifizierten Labors von Dritten überlassen. „Man darf sich nicht auf die Auftragsforschung der Pestizidindustrie verlassen“, klagt die grüne Abgeordnete Marita Heubuch. In ihren Anschlussbericht verständigten sich die Abgeordneten darauf, dass die Studien veröffentlicht werden sollten. Zudem soll sich der Antragsteller den EU-Mitgliedstaat für die Zulassung eines Wirkstoffs nicht mehr aussuchen dürfen. Mit den strengeren Regeln soll das Vertrauen in der Öffentlichkeit gegenüber dem chemischen Pflanzenschutz verbessert werden. „Wir brauen eine Evolution und kein Revolution“, betont Berichterstatter Norbert Lins (CDU), damit wissenschaftliche Entscheidungen die Grundlage bei der Zulassung bleiben. Der Bericht des Sonderausschusses soll im Januar von Plenum abgestimmt werden. Er ist eine Empfehlung und hat keine gesetzgeberische Wirkung.

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