Glyphosat

Plagiatsvorwürfe von SPD und Grünen

Hartnäckiger Protest: Bereits im Sommer 2017 taten Glyphosat-Gegner ihre Meinung auf Plakaten kund.
-- , Fotos: Mö
Hartnäckiger Protest: Bereits im Sommer 2017 taten Glyphosat-Gegner ihre Meinung auf Plakaten kund.

Im Gutachten zu den Gesundheitsrisiken von Glyphosat wurde zu viel abgeschrieben. Diesen Vorwurf erheben Abgeordnete aus dem Europaparlament. Sie ließen das Gutachten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) durch einen Plagiatsexperten untersuchen.

Mehr als die Hälfte im Gutachten des BfR über die Gesundheitsrisiken von Glyphosat wurde aus Studien des Herstellers abgeschrieben. Zu diesem Ergebnis kommt eine von den Grünen im Europaparlament in Auftrag gegebeen Plagiatsuntersuchung. Die Autoren sind Dr. Stefan Weber, Gutachter für Plagiatsprüfung (Salzburg, Dresden), und Dr. Helmut Burtscher-Schaden (Wien), Mitbegründer der Europäischen Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat" und Autor des Buchs „Die Akte Glyphosat“.

Das BfR dürfe sich nicht zur Marketingabteilung von Monsanto machen, empört sich die Europaabgeordnete Maria Heubuch von den Grünen. Das Bundesinstitut habe irreführende und unvollständige Informationen aus dem Zulassungsantrag in die Risikobewertung unkritisch aufgenommen", kritisiert die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl und besteht auf einer klaren Benennung der Quellen im Gutachten.

Der Sonderausschuss für Pflanzenschutzmittel im Europarlament fordert mehr eigene Studien durch die Europäische Lebensmittelbehörde, unabhängig von den Herstellern. Dafür soll die Efsa mit mehr Haushaltsmitteln ausgestattet werden, heißt es im Abschlussbericht des Sonderausschusses, der am Mittwoch in Straßburg abgestimmt wird.

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