Bayer wehrt sich gegen das Urteil im kalifornischen Glyphosat-Prozess und legt Berufung gegen die Schadensersatzforderungen ein. Die Sicherheitsstudien zu Glyphosat stehen bald im Netz.

Nach dem letzten Stand im Glyphosat-Prozess soll Bayer einem an Krebs erkrankten Mann eine Entschädigung von 78 Mio. US-$ zahlen. Der Kläger Dewayne Johnson führt seinen Lymphdrüsenkrebs auf Anwendungen von Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat zurück. In einem ersten Urteil war die Strafe sogar auf 289 Mio. US-$ festgelegt worden und anschließend auf den jetzigen Betrag von 78 Mio. US-$ reduziert worden.

„Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass der zugesprochene Schadensersatz und der reduzierte Strafschadensersatz weder durch die vorgelegten Beweise noch das Gesetz gestützt werden“, teilte Bayer in Leverkusen auf Anfrage von Nachrichtenagenturen mit. Das Unternehmen habe deswegen Berufung beim California Court of Appeal eingelegt. Bayer betont, dass nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand zwischen der Anwendung von Glyphosat und der Krebserkrankung von Johnson kein relevanter Zusammenhang bestehe.

Insgesamt muss sich Bayer in den USA mehreren Glyphosat-Klagen stellen. Bis Ende Oktober seien Gerichtsschriften von insgesamt etwa 9.300 Klägern zugestellt worden, sagte Bayer-Konzernchef Werner Baumann bei Vorlage der Quartalsbilanz Mitte November.

Alle Glyphosat-Papiere ab 2019 öffentlich

Seine Sicherheitsstudien zu Glyphosat will der Bayer-Konzern demnächst auf einer Transparenzplattform veröffentlichen. Mit diesem Vorstoß will das Unternehmen "wissensbasierte Informationen mit der Öffentlichkeit teilen". Am 7. Dezember sollen die Zusammenfassungen der Glyphosatstudien verfügbar sein. Die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen soll allerdings gewahrt bleiben, teilt Bayer weiter mit. Im kommenden Jahr will Bayer dann den Zugang zu den vollständigen Sicherheitsstudien ermöglichen. Dies gelte für alle Studien, die Bayer gehören, und die für die Wiederzulassung des Wirkstoffs im Dezember 2017 in der Europäischen Union bei den zuständigen Behörden eingereicht wurden. Bayer unterstreicht damit sein Engagement für mehr Transparenz im chemischen Pflanzenschutz.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats