Glyphosatverbot

Minister spricht von Ungehorsam


In Brasilien darf ab dem 3. September kein Glyphosat mehr verwendet werden. Landwirtschaftsminister Blairo Maggi zeigt Verständnis für Landwirte, die das Verbot ignorieren.

Das kurzfristig drohende Glyphosatverbot beschäftigt die Agrarbranche in Brasilien. Rückendeckung bekamen die Landwirte nun vom Landwirtschaftsminister Blairo Maggi. Bei einer Veranstaltung in Rio de Janeiro verwies Maggi auf die Bedeutung des Herbizids für den Anbau von Sojabohnen, Mais und Baumwolle. Ein Bundesrichter hatte verfügt, dass die Zulassung für Glyphosat in Brasilien ab dem 3. September ausgesetzt wird. Die Staatsanwaltschaft und das Landwirtschaftsministerium haben gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt.

Landwirtschaftsminister Maggi stellte fest, dass 95 Prozent der in Brasilien angebauten einjährigen Kulturen von Glyphosat abhängig seien. Er zeigte Verständnis für Landwirte, die trotz des Gerichtsbeschlusses weiterhin Glyphosat einsetzten. „Es ist wichtig festzuhalten: Ohne Glyphosat geht es nicht. Entweder man baut nichts an oder man missachtet den Gerichtsbeschluss“, sagte Maggi.


In vielen Teilen Brasiliens werden Sojabohnen in Direktsaat angebaut, um Bodenerosion zu vermeiden. Das pfluglose Verfahren wird durch den Anbau von glyphosattoleranten Sorten erleichtert. Weil diese Sojabohnen seit Jahren angebaut werden, besitzen viele Betriebe keine Pflüge mehr und können deshalb kurzfristig nicht zur klassischen Bodenbearbeitung zurückkehren. Schon Mitte September beginnt in Brasilien die Aussaat von Sojabohnen.

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