Großbritannien

Wasser steht Farmern bis zum Hals


Sturm Dennis hat vor allem in Mittelengland große Überschwemmungen angerichtet.
Foto: NFU
Sturm Dennis hat vor allem in Mittelengland große Überschwemmungen angerichtet.

Tausende Landwirte kämpfen in ganz Großbritannien mit Überflutungen. Anbaupläne werden über den Haufen geworfen, die Bauernverbände fordern Unterstützung.

Der Sturm Dennis hält seit Beginn dieser Woche Großbritannien in Atem. Das Hochwasser-Risiko hält in weiten Teilen an. Mittelengland ist von schweren Überschwemmungen getroffen. Landwirte, die bereits im Herbst wegen anhaltenden Regenfällen nicht auf ihre Äcker kamen, können auch in den kommenden Wochen die geplanten Feldarbeiten vergessen.

Landwirtschaftsorganisationen aus ganz Großbritannien, darunter auch die englische National Farmers Union (NFU), haben deswegen die Regierung gebeten, die geltende „Drei-Kulturen-Regel" zu lockern. Sie besagt, dass britische Landwirte zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni drei Kulturen auf ihren Feldern stehen haben müssen. Außerdem fordern die Verbände nach Angaben der NFU, finanzielle Hilfen auch für Verluste zu gewähren, die sich nicht versichern lassen. „Wir sind mit einer beispiellosen Situation konfrontiert", begründet die NFU ihr Anliegen und ergänzt: „Landwirte kämpfen nicht nur mit den unmittelbaren Auswirkungen des gegenwärtigen Hochwassers, sondern auch mit Schäden an Ackerland und Gebäuden."

Wintergetreide und Winterraps verlieren große Flächen

Unterdessen hat die Branchenorganisation AHDB am Mittwoch neue Schätzungen der Anbaufläche zur Ernte 2020 veröffentlicht. Sie geht davon aus, dass nach dem nassen Herbst Weizen im Vereinigten Königreich (Großbritannien und Nordirland) auf nur 1,5 Mio. ha wächst. Die Fläche wäre 17 Prozent kleiner als im Vorjahr. Die Wintergerstenfläche schrumpft sogar um voraussichtlich 23 Prozent auf unter 350.000 ha. Ebenso gravierend ist der Einbruch des Winterrapsanbaus um 32 Prozent auf nur etwa 360.000 ha. Größter Gewinner wird die Sommergerste sein, die zur Ernte 2020 auf mehr als 1,0 Mio. ha wachsen könnte. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr beträgt nach der AHDB-Schätzung 47 Prozent.

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