Grüne Anleihen

Holzenkamp warnt vor Überregulierung


Die Landwirtschaft arbeitet bereits nachhaltig, meint DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp. Eine doppelte Regulierung sei deshalb nicht notwendig.
Foto: J_Struck
Die Landwirtschaft arbeitet bereits nachhaltig, meint DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp. Eine doppelte Regulierung sei deshalb nicht notwendig.

Finanzinstrumente verkaufen sich besser, wenn sie als ökologisch besonders wertvoll angepriesen werden. Eine EU-Verordnung legt fest, welche Finanzprodukte als „grün“ bezeichnet werden dürfen. Der Deutsche Raiffeisenverband fürchtet negative Konsequenzen für die Landwirtschaft.

„Wenn sich jemand mit nachhaltigem Wirtschaften auskennt, dann sind es die Landwirtinnen und Landwirte und ihre Genossenschaften“, betont DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp. Er hält deshalb die EU-Taxationsverordnung für überflüssig oder gar gefährlich. Nach Holzenkamps Ansicht sollte sich die EU im Agrarsektor nicht in die Klassifizierung von Finanzprodukten einmischen. Was „Nachhaltigkeit“ sei, werde bereits im landwirtschaftlichen Fachrecht definiert, erklärt der DRV-Präsident und lehnt deshalb eine doppelte Regulierung ab. Auch wenn bisher nur grüne Anleihen von der neuen Klassifizierung betroffen seien, könne die EU-Taxationsverordnung langfristig die auch die Kreditvergabe im Sektor durcheinanderbringen, warnt der DRV.

Die EU will mit der Verordnung einem Wildwuchs von grünen Etiketten im Finanzsektor vorbeugen. Deshalb sollen die EU-Mitgliedstaaten mit den Vorgaben aus Brüssel bestimmen, was wirklich grüne Finanzinstrumente sind. Der Klimaschutz steht im Mittelpunkt der Verordnung. Investitionen in die Kohlenstoffspeicherung im Boden oder in erneuerbare Kraftstoffe sind Beispiele für grüne Finanzprodukte.

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