Grüne Woche

Am Tisch mit Barbara Otte-Kinast


Ins Gespräch vertieft: Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (l.) und Landwirtin Edith Schröder.
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Ins Gespräch vertieft: Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (l.) und Landwirtin Edith Schröder.

Eine Sitzgruppe wie aus dem Esszimmer, eine Ressortchefin und eine große Verbrauchermesse: „Lassen Sie uns darüber reden“, heißt die neue Aktion des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums zur Grünen Woche 2019.

Zwei Frauen sitzen an einem braunen, rustikalen Holztisch, wie er sich in vielen Esszimmern finden dürfte. Die eine trägt einen lilafarbenen Wollblazer, einen bunten Schal und eine schlichte Brille und hat ihre dunkelblonden Haare hinter die Ohren gesteckt. Sie hält ihren Kopf leicht schräg und hört ihrer Gesprächspartnerin aufmerksam zu.

Sieht aus wie eine ganz alltägliche Gesprächssituation, doch die Frau in dem lila Blazer ist Barbara Otte-Kinast (CDU), Landwirtschaftsministerin in Niedersachsen. Und ihre Gesprächspartnerin heißt Edith Schröder, ist Mutterkuhhalterin und Ackerbäuerin im Heidekreis und bei den Landfrauen aktiv. Das Gespräch der beiden ist Teil der Aktion „Lassen Sie uns darüber reden“, die das niedersächsische Landwirtschaftsministerium zur Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin gestartet hat.

Ruhig mal auf den Tisch hauen

Fast unscheinbar wirkt der Stand und die Sitzgruppe, die das Ministerium in der großen Niedersachsenhalle aufgebaut hat. Mitarbeiter des Ministeriums wollen dort während der Messezeit Besuchern Gelegenheit geben, Fragen rund um Themen wie den niedersächsischen Tierschutzplan oder gesunde Ernährung zu stellen. Ohne Berührungsängste: „Wir haben bewusst einen gemütlichen, runden Tisch gewählt, auf dem man aber auch getrost hauen kann, wenn einen etwas so richtig aufregt“, erklärt Otte-Kinast am Samstagmorgen auf der IGW. Von 10 bis 11 Uhr sitzt die Ministerin selbst dort, um mit Messebesuchern zu reden. Auch am Freitagnachmittag saß sie eine Stunde zum Dialog bereit. „Wir möchten Verbraucher und Landwirte zum Gespräch einladen. Denn nur wer darüber spricht, kann vermeintliche Vorurteile abbauen“, so Otte-Kinast.

Wer an den beiden Terminen vorbeigekommen ist? Tierärzte, die eine Veranstaltung konzipieren wollten, die Landjugend, die ein Positionspapier zum bezahlbaren Bauen im ländlichen Raum besprechen wollte. Und eben am Samstag Landfrau Edith Schröder, die gerne über eine Öffnung des Zeitfensters für die Aussaat von Blühstreifen bis Ende Mai sprechen wollte. Bisher also sehr fachliche Anliegen von Fachbesuchern, statt vom „normalen“ Verbraucher, der mit Landwirtschaft wenig unmittelbare Berührungspunkte hat.

Die Aktion sei völlig neu, sagt dazu Otte-Kinast, sie müsse sich erst einmal etablieren. Und: Sie würde häufig mit Bürgern sprechen, sei im vergangen Jahr viel in Niedersachsen unterwegs gewesen. Anstoß zur Aktion „Lassen sie uns darüber reden“ habe der Gedanke gegeben, Städter über Themen rund um die Landwirtschaft zu informieren. Und da bieten sich aus Sicht des niedersächsischen Ministeriums Berlin und die Grüne Woche als Verbrauchermagnet geradezu an.

Der Faktor Mensch und die ASP

Ein Thema am Dialog-Stand des Ministeriums hat durchaus dringlichen, tagespolitischen Charakter: Die Afrikanische Schweinepest (ASP). Ein ausgestopftes Wildschwein ist zentral auf dem Stand platziert, um Gesprächsanlass dazu zu schaffen. Sie wolle über die ASP aufklären, so Kinast. Sie habe die Befürchtung, dass ansonsten der „Faktor Mensch“ die Schweinepest nach Deutschland bringe.

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