Grüne Woche

Anbindehaltung ist Auslaufmodell


Die in der Interessengemeinschaft Milch (IG Milch) beteiligten Unternehmen unterstützen das Auslaufen der Anbindehaltung von Milchkühen. Verbote lehnen sie ab.

"Die Anbindehaltung von Milchkühen bedarf einer differenzierten Betrachtung", so Peter Manderfeld, Vorstand der Molkerei Hochwald eG, in dieser Woche in Berlin. Dabei gehöre die ganzjährige, ausschließliche Anbindung der Kühe ohne jeglichen Auslauf für die Mitglieder der IGM mittelfristig der Vergangenheit an, sagte er auf einer Informationsveranstaltung der Organisation. Auswertungen in den Mitgliedsunternehmen hätten ergeben, dass Investitionen in derartige Haltungssysteme in der zurückliegenden Zeit nicht mehr vorgenommen worden seien. Auch seien die verbleibenden Betriebe von den Molkereien aufgefordert, in den nächsten Jahren sicherzustellen, den Tieren Auslauf in Form eines Laufhofes oder Weidegangs zu gewähren. Die IGM-Mitglieder streben an, in den nächsten zehn Jahren den Anteil derartiger Betriebe schrittweise um 50 Prozent zu reduzieren, so Manderfeld.

Betriebe mit Anbindehaltung in Kombination mit Weidegang finden sich überwiegend in Mittelgebirgsregionen und Grenzstandorten. Dort gebe es häufig keine Produktionsalternativen. Daher hätten in diesen Gebietren für die Grünlandbewirtschaftung und die regionale Landschaftspflege eine große Bedeutung, betonte der Sprecher der IGM. Kurzfristig und grundsätzlich wirksame Verbote der Anbindehaltung würden zwangsläufig zu massiven Problemen der Betriebe führen. Eine veränderte Rechtsgrundlage für einen kurzfristigen Ausstieg aus der Anbindehaltung würde unmittelbar die Existenz zahlreicher Betriebe bedrohen und zu einem beschleunigten Strukturwandel führen, mahnte Manderfeld.

Die Mitglieder der IGM setzen daher auf Förderung statt Verbot. So sollten gezielt Fördermittel für eine mögliche Umstellung der Betriebe sowie eine intensive Beratung zur Verbesserung der Haltungsbedingungen im Anbindestall angeboten werden.


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