Grüne Woche

Biodiesel: Argentinien strebt Vergleich an


Biodiesel-Herstellern in Europa ist die günstige Konkurrenz aus Argentinien und Indonesien ein Dorn im Auge.
Foto: Biokraftstoffverband
Biodiesel-Herstellern in Europa ist die günstige Konkurrenz aus Argentinien und Indonesien ein Dorn im Auge.

In das Antisubventionsverfahren der EU gegen günstige Biodiesel-Importe kommt Bewegung. Dem Vernehmen nach hat Argentinien Brüssel einen Deal angeboten.

Anfang 2018 hat die EU-Kommission auf Drängen der EU-Biodieselwirtschaft ein Antisubventionsverfahren gegen Argentinien wegen Biodiesel-Importen angestrengt, die mutmaßlich marktverzerrend günstig in die EU geliefert werden. Für gewöhnlich dauert es gut ein Jahr, bis eine Entscheidung vorliegt, ob Argentinien – so der Vorwurf – tatsächlich durch die unterschiedlich hohe Besteuerung des Exports von Sojabohnen als Rohstoff und zu Biodiesel verarbeiteten Soja den Markt in Europa verzerrt. Nun hat Argentinien der EU-Kommission in der Frage einen Vergleich angeboten, erfuhr agrarzeitung.de während der Grünen Woche in Berlin aus gut informierten Kreisen.

EU-Biodieselwirtschaft findet Angebot intransparent

Und Brüssel sei nicht abgeneigt, diesen Vergleich auch anzunehmen, heißt es. Die EU-Biodiesel-Wirtschaft sei über das Angebot aus Buenos Aires allerdings nicht so glücklich: Der Vergleich, den die Argentinier anböten, sei intransparent. Der Vorschlag aus Südamerika: Eine Art Mindestpreis für Biodiesel-Exporte solle festgesetzt werden, der sich aus dem Preis für Sojaöl plus unternehmensindividuellen Zuschlägen errechne. Normalweise sei üblich, die Exportpreise für Soja basierten Biodiesel plus einen gewissen Prozentsatz anzubieten, der dann als Mindestpreis für Lieferungen in die EU gilt.

Eine Entscheidung darüber, ob Brüssel den Vergleich annimmt, soll dem Vernehmen nach Ende Januar oder Anfang Februar fallen.

Unterdessen ist Ende 2018 auch ein Antisubventionsverfahren gegen Indonesien aufgenommen worden, das ebenfalls klären soll, ob das Land mittels differentieller Exportsteuern marktverzerrend günstigen Palmöl basierten Biodiesel nach Europa liefert. Das Verfahren sei aber noch in dem frühen Stadium, in dem die zuständigen Behörden die Fakten prüfen.

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