Grüne Woche

Millionenbetrag für Tierwohl

Bald Partner in Sachen Tierwohl? Bauernpräsident Joachim Rukwied (l.) und Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU).
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Bald Partner in Sachen Tierwohl? Bauernpräsident Joachim Rukwied (l.) und Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU).

Bundesagrarminister Schmidt macht finanzielle Zusagen für die öffentliche Förderung staatlicher Tierwohl-Standards. Ziel der Internationalen Agrarministerkonferenz 2018 sind globale Mindeststandards in der Tierhaltung.

Der „Anpfiff“ im Spiel staatliches Tierwohllabel soll „mit der Vereidigung der neuen Bundesregierung“ ertönen. Diese Aussage traf Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag bei der Fragestunde des Verbands Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ) im Rahmen der Grünen Woche in Berlin. Das ist gegenwärtig allerdings eine wenig konkrete Aussage, da die Parteibasis der SPD überhaupt erst diesen Sonntag darüber entscheidet, ob Sozialdemokraten und Union Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Gleichwohl wollten Journalisten auf der Grünen Woche Schmidt gerne auf einen konkreten Zeitrahmen festnageln, da der Minister das Label bereits auf der Grünen Woche 2017 für vergangene Ostern angekündigt hat. „Der Gesetzesvorschlag hierfür liegt in der Schublade“, so Schmidt.

Ebenfalls vorbehaltlich einer erfolgreichen Regierungsbildung, würde eine neue Große Koalition ein Tierwohllabel mit einem „dreistelligen Millionenbetrag“ fördern, so Schmidt weiter. Das Geld soll aus zusätzlichen 1,5 Mrd. € stammen, die der neuen Bundesregierung in der neuen Legislaturperiode zur Verfügung stehen wollen.

Lohnmäster statt horizontaler Wettbewerb

Schmidt sprach sich dafür aus, bestehende Tierwohl-Projekte wie die von Agrar- und Ernährungswirtschaft und Lebensmittelhandel getragene Initiative Tierwohl oder das Label „Für mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes in einer gemeinsamen Initiative zusammenzuführen. Tierwohl-Kennzeichnungen  des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), wie es Anfang der Woche von Aldi Nord und Aldi Süd für Geflügelfrischfleisch eingeführt wurde, sieht der Minister kritisch: LEH-Labels brächten „Lohnmäster“ hervor, aber keinen horizontalen Wettbewerb, betonte Schmidt.

Verpflichtenden Tierwohl-Standards erteilte Schmidt eine Absage. Seien die Standards verpflichtend, sei auch die Förderung durch die öffentliche Hand ein schwieriges Thema, lautete eine Begründung dafür. EU-weit einheitlichen Tierwohl-Vorgaben hingegen stehe er offen gegenüber, so Schmidt.

Südamerikaner interessieren sich für Wohl der Nutztiere

Der geschäftsführende Bundesagrarminister sprach sich für einen globalen Ansatz bei Tierwohl aus. Deswegen habe er für die diesjährige internationale Agrarministerkonferenz im Rahmen des „Global Forum for Food and Agriculture“ zur Grünen Woche das Ziel gesetzt, Mindeststandards in der Tierhaltung weltweit zu setzen, räumte aber auch ein, dass sich dies wohl nicht vollständig im Abschlusspapier zur diesjährigen Konferenz umsetzen lassen würde. Aber das Interesse seiner globalen Amtskollegen sei groß: „In asiatischen Ländern ist Tierwohl auch ein Thema. Besonders interessiert ist aber Südamerika, auch vor dem Hintergrund der Mercosur-Verhandlungen“, erläuterte Schmidt.

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