Grüne Woche

EU zahlt für Wildschweinentsorgung


Bild: da

EU-Agrarkommissar Phil Hogan verspricht finanzielle Entschädigungen für Vorsorgemaßnahmen zur Afrikanischen Schweinepest und dem Wolfsmanagement. Kommt es durch einen harten Brexit zu Markterschütterungen, könnte auch hier die EU-Kommission einspringen.

Vor der internationalen Presse machte Hogan am Donnerstagabend  umfangreiche Zusagen, dass die EU für Schäden, die Wölfe anrichten, aufkommen will. Landwirte sollen nach seinen Worten den gesamten wirtschaftlichen Schaden, der durch Angriffe und Präsenz von Wölfen entsteht, erstattet bekommen.

Über das Wolfsmanagement will Hogan heute im Bundeskanzleramt mit Angela Merkel sprechen. Für den Bau von Schutzzäunen und die Anschaffung von Schutzhunden sollen Landwirte bis zu 100 Prozent der Ausgaben zurück bekommen. Auch die Prävention der Afrikanischen Schweinepest (ASP) lässt sich die EU-Kommission etwas kosten. Die Entsorgung von toten Wildschweinen können Jäger geltend machen. Hier entschädigt die EU 70 Prozent der Kosten, sagte Hogan in Berlin.

In seinem Statement verweist der EU-Agrarkommissar auf die Bedeutung des Jahres 2019. "Wir haben die  Europawahl und wir wollen an den Umwelt- und Klimazielen bis 2030 arbeiten. Was mit dem Brexit passiert, weiß kein Mensch. Ich glaube, es ist klug, für den No Deal Brexit Vorbereitungen zu treffen wie wir es beim russischen Embargo für die Landwirtschaft getan haben", sagte Hogan. Wenn es zu außergewöhnlichen Markterschütterungen durch den harten Brexit käme, würde die EU finanzielle Hilfen leisten. Doch noch hoffe Hogan, dass es nicht dazu komme.

Unterstützung in Sachsen

Ab sofort wird der Freistaat Sachsen für Investitionen in den Schutz von Schafen, Ziegen und Gatterwild vor Wölfen eine Förderung der vollen Kosten gewähren. Die EU-Kommission hat hierfür die Genehmigung erteilt. Bislang war die Förderung auf 80 Prozent der Nettokosten begrenzt. Bereits seit Dezember konnten wahlweise Anträge auf die erhöhte Förderung eingereicht werden, vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU.


Auch indirekte Kosten, die im Zusammenhang mit Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere entstehen, wie Tierarztkosten oder die Kosten für die Suche nach vermissten Tieren, können ab sofort zu einhundert Prozent ausgeglichen werden, teilt das Agrarministerium in Sachsen mit. Bislang war auch für diese Kosten nur ein Ausgleich von 80 Prozent möglich. Sachsen gehört neben Niedersachsen und Sachsen-Anhalt damit zu den ersten deutschen Bundesländern, in denen die erhöhte Förderung und der erweiterte Schadensausgleich angeboten werden kann.

„Die Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen und der Ausgleich von entstandenen Schäden sind zentrale Elemente, um die vielfältigen Konflikte, die mit der Rückkehr des Wolfes in der Kulturlandschaft verbunden sind, zu minimieren.“

Was den Fortgang der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) betrifft, müsse der mehrjährige Finanzrahmen ab 2021 feststehen, damit Landwirte planen können. "Vor der Europawahl werden wir den Haushalt nicht verabschieden. Der Termin wird im Herbst 2019 sein", kündigte Hogan an. Er plädierte in Berlin für eine vereinfachte GAP und will das Modell auf mehr Umweltleistungen umstellen.

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