Grüne Woche

Jeden Tag ein Start-up

Den deutschen Konsumenten ist der Geschmack von Lebensmitteln am wichtigsten. Erst danach interessiert sich der Kunde über die Regionalität und Herstellungsverfahren und den biologische Abbau von Verpackungen.

Eine schöne Geschichte der Branche sind die vielen Start-ups, sagte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) auf der Eröffnungskonferenz der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. Über 1.000 Start-Up Unternehmen wagen jährlich in der Lebensmittelproduktion den Markteintritt mit neuen Produkten oder Herstellungsverfahren.

Diese Food-Start-ups setzen auf unkonventionelle Lösungen und passen sich der ständig neuen Nachfrage neu an. Im Trend liege dabei die Neuentdeckung traditioneller Herstellungsverfahren, die mit innovativer Technik für den Lebensmittelmarkt 4:0 tauglich gemacht werden: kalt, gepresst oder fermentiert. „ Eine aufstrebende Generation beschäftigt sich mit abwechslungsreichem Essen, sagte Minhoff.

Eine Verbraucherumfrage der Innova Marktet Insights zeige, dass bei 53 Prozent der Kunden der Geschmack das Kaufinteresse anregt. Rewe und Nestle sind mit am BVE-Stand in Halle 22 und zeigen unter dem Motto: „Wie schmeckt die Zukunft?“ ihre Neuheiten.

Appell an die Politik

Die Ideenfreudigkeit der Branche will sich Minhoff vom Gesetzgeber nicht einschränken lassen. In Berlin appellierte er an die künftige Bundesregierung: „Lassen sie der Industrie die Möglichkeit selbst innovativ zu sein und quatschen sie nicht hinein. Wir setzen freiwillig die Wünsche der Verbraucher um und treffen als Unternehmen eigene Entscheidungen. Jeden Tag stellt der BVE am Stand der IGW ein  ein Start up vor.

Export in der EU ist Wachstumsmotor

Für 2017 erwartet der BVE ihr bislang bestes Ergebnis. Nach ersten Schätzungen konnte der Umsatz im Vorjahresvergleich um 5,7 Prozent auf 181 Mrd. € gesteigert werden. Die Lebensmittelexporte legten um 7 auf 60 Mrd. € zu. Allerdings floriert das Geschäft nur im EU-Binnenmarkt und stagniert durch Handelshemmnisse in Drittländern. Auch für 2018 erwartet die Branche höhere Umsätze im Inland und in der EU und rechnet mit einem stabilen bis schwächeren Auslandsgeschäft, sagte Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

In Deutschland verunsichern Kostendruck und politische Unsicherheiten. „Die Branche braucht eine handlungsfähige Regierung, das Planungssicherheit fördere“, sagte Minhoff.  Kein Unternehmer könnte sich einen solchen Stillstand erlauben. 

stats