Grüne Woche

Merkel traut Klöckner hohe Schlagkraft zu


Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Parteifreundin Julia Klöckner sind sich bei der Bedeutung der Digitalisierung für die weltweite Landwirtschaft einig.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Parteifreundin Julia Klöckner sind sich bei der Bedeutung der Digitalisierung für die weltweite Landwirtschaft einig.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt unumwunden zu, dass Deutschland beim Ausbau der digitalen Infrastruktur Nachholbedarf hat. Parteifreundin Klöckner traut sie zu, energisch schnelles Internet in ländliche Gebiete – auch bekannt als „Milchkannen“ – zu bringen.

„Sie stehen alle inmitten einer riesigen, chancenreichen Entwicklung mit nie erdachten Möglichkeiten.“ So umriss Bundeskanzlerin Angela Merkel die Chancen der Digitalisierung in der Landwirtschaft vor Agrarministern und Delegationen aus rund 60 Nationen beim „Global Forum for Food and Agriculture“ (GFFA) im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) am Freitag in Berlin. Doch Merkel schob ein „aber“ nach: Die Digitalisierung gebe auch „Menschen, die nichts mit Landwirtschaft zu tun haben“, die Möglichkeit, über Daten aus der Agrarwirtschaft Wertschöpfung aus dem Agribusiness abzuziehen: „Wer die Daten hat, kann die Preise bestimmen“, sagte die Kanzlerin. Deshalb sei es wichtig, „Sicherheitsvorkehrungen“ für die Nutzer von Smart-Farming-Angeboten zu schaffen, betonte Merkel.

Generell müsse „diese Digitalisierung“ niemandem Angst machen, unterstrich die Kanzlerin. Die Datenhoheit und Datensicherheit sei aber eines der ungelösten Fragestellungen rund um die Digitalisierung.

Deutschland muss noch viel für die digitale Infrastruktur tun

Eine weitere Baustelle der Politik, um die Digitalisierung auch auf den landwirtschaftlichen Betrieben nutzbar zu machen, sei der Ausbau der digitalen Infrastruktur: „Da haben wir in Deutschland noch viel zu tun“, räumte die Kanzlerin ein. Allerdings habe „Julia Klöckner eine hohe Schlagkraft, wenn es darum geht, ländliche Gebiete mit schnellem Internet auszustatten“, unterstrich die Kanzlerin.

Auf einem GFFA-Panel zu Digitalisierung und Markttransparenz hatte Klöckner kurz zuvor ihr Ziel bekräftigt, das Landwirtschaftsministerium innerhalb der Bundesregierung zu einem „Referenzministerium“ für die Digitalisierung zu machen: „Das wollen andere auch, aber ich werde der Kanzlerin zeigen, dass ich es ernst meine“, hatte Klöckner gesagt. Wie es scheint, ist die Botschaft bei der Parteifreundin an der Regierungsspitze angekommen. Die Kanzlerin wiederum unterstrich, dass die Politik beim Ausbau der Digitalisierung in der deutschen Landwirtschaft nicht nur die Großbetriebe, sondern auch kleinere und mittlere Betriebe in den Blick nehme.

Roboter erledigen schwere körperliche Arbeit

Als Nutzen der Digitalisierung in der Landwirtschaft hob Merkel unter anderem hervor, dass „körperlich schwere Arbeit in der Zukunft wegfällt.“ Denn: „Roboter können sehr viel“ – auch im Stall: „2025 wird jede zweite Kuh in Nordeuropa digital gemolken“, postulierte Merkel beim GFFA. Ein weiterer Nutzen: Steigerung der Produktion von Nahrungsmitteln bei gleichzeitig nachhaltigerer Nutzung natürlicher Ressourcen. Dies sei deshalb zentral, weil der Klimawandel „die ökologische Herausforderung unserer Zeit“ sei.

 

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