Grüne Woche

Russland kehrt wieder zurück


Die Veranstalter zeigen sich zuversichtlich kurz vor dem Start der IGW.
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Die Veranstalter zeigen sich zuversichtlich kurz vor dem Start der IGW.

Deutsche Landwirte sind offen für Veränderungen zu mehr Tierwohl und tun etwas gegen die hohe Nitratbelastung. Doch wollen sie dafür vom Gesetzgeber nicht gemaßregelt werden, sondern ihre Entscheidungen frei treffen. Auf der IGW stehen Tierwohl und Digitalisierung im Fokus.

Von der neuen Bundesregierung erwarten die Landwirte Rückendeckung für diesen Entwicklungsprozess. "Den Blick nur auf das Ordnungsrecht zu richten, hilft nicht weiter", sagte Joachim Rukwied heute auf der Eröffnungspressekonferenz der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. Dies wäre sogar schädlich, weil es den Strukturwandel verschärft, erklärte Rukwied.

Die Initative Tierwohl bezeichnete der Bauernpräsident als ein Erfolgsprojekt. „Wir sind 2018 in der zweiten Phase angekommen. 28 Prozent der Schweine stehen in Tierwohlställen, haben zehn Prozent mehr Platz. Rund 4.150 Schweinehalter und 1.000 Geflügelbetriebe nehmen am Programm teil. „Es gibt keine Warteliste mehr“, so Rukwied. Der Lebensmitteleinzelhandel habe sein Budget von 85 auf 130 Mio. € erhöht. Einem staatlichen Tierwohllabel stehe der DBV offen gegenüber und hoffe auf neue Erkenntnisse auf der IGW. Vor einem Jahr hatte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) das Label angekündigt.

Rukwied hob kurz vor der Eröffnung der IGW den Durchbruch der Digitalisierung in der Landwirtschaft hervor. "70 Prozent meiner Berufskollegen sind überzeugt, dass sie schon über Digitalkompetenz verfügen", berichtet Rukwied von einer Umfrage des DBV und Bitcom. Von der Politik verlangte er eine schnelle Erschließung des Breitbandnetzes in den ländlichen Räumen: "Hier sind wir im Vergleich zu anderen Ländern in der Bezirksklasse und weit entfernt von der Champions League. Ohne schnelles Internet nützen alle technische Neuerungen nichts."

Keine staatlichen Vorgaben

Die Digitalisierung und eine verbesserte Technik führe zu einer zielgenauen Ausbringung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Diese Impusle kamen aus der Branche, betont Rukwied: "Diesen Weg wollen wir weiterentwicklen." Im Hinblick auf die Reduktionsstrategie appelliert Rukwied an den Gesetzgeber: "Überlassen sie die Veränderungen der Wirtschaft. Die Landwirtschaft wird sich weiter verbessern. Hier bedarf es keiner staatlichen Vorgaben. Das wissen die Praktiker und Wissenschaftler besser."

Die Landwirtschaft hat sich im im Ackerbau in den vergangenen 25 Jahren positiv entwickelt, so Rukwied auf Nachfrage der Presse.  Auf 25 Prozent stehen Zwischenfrüchte, es gibt eine starkte Implementierung von Mulchsaatverfahren, das die Erosion vermindert, Nitrat bindet und den Boden durchlockert.  


Hohe internationale Beteiligung
Mit der höchsten internationalen Beteiligung startet am Donnerstag die Internationale Grüne Woche, IGW, in Berlin. Auch Russland kehrt auf die IGW zurück.#/AB#

Rund 400.000 Fach- und Privatbesucher erwartet Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Messe Berlin, heute vor der Eröffnung der Grünen Woche vom 19. bis 28. Januar. Bulgarien ist als Gastland auf der IGW gleichzeitig Vorsitzland der EU-Ratspräsidentschaft in Halle 10 und rechnet mit einem großen Andrang. Denn der agrarpolitische Überbau auf der IGW werde immer größer.

Zum 10. Mal findet das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin statt, zu dem sich rund 70 internationale Politiker angemeldet haben. Zum ersten Mal ist Katar auf der Grünen Woche, zurückgekehrt sind Japan und Schweden. Besonders erfreut zeigt sich Göke nach zwei Jahren Abstinenz, dass Russland wieder dabei ist und das vor allem mit exportorientierten Unternehmen.

Wieder einmal sei die IGW ein Dialogplattform auch in schwierigen Zeiten. Als einen Übertrend bezeichnet Göke die Regionalität, die durch die Beteiligung der Bundesländer und anderen Staaten deutlich werde. Der Erlebnisbauernhof in Halle 3 habe 60 Partner aus der Agrarbranche. Im Zentrum von Halle 3 stehe eine Erlebnisfläche mit "allen digitalen Raffinessen".

 

 


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