Grüne Woche

Schmidt verspricht Geld für Stallumbau

Tierhalter, die ihre Ställe umbauen wollen, will Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) finanziell unter die Arme greifen. Ein Gesetz zum Tierwohl-Label hat Schmidt in der Schublade liegen.

 

Die Vorteile eines staatlichen Tierwohllabels hebt der Bundesagrarminister heute morgen im Morgenmagazin kurz vor der Eröffnung der Grünen Woche hervor: "Wir brauchen mehr Sicherheit mit einem staatlichen Label." Den dazu nötigen Stallumbau will Schmidt intensiv unterstützen. Aber Tierwohl zum Nulltarif werde es nicht geben, sagte Schmidt im ZDF-Morgenmagazin. Es müsse eine angemessene Beteiligung an Fleisch, das nach Tierwohlkriterien produziert wird, auch an der Ladentheke geben.

Angesprochen auf die Standards der Haltungsbedingungen machte Schmidt im Interview deutlich: "Landwirtschaft ist in Deutschland kein Selbstzweck, sondern gehört in die Mitte der Gesellschaft." Er wolle keine Schaufenstergesetze erlassen. Hier bestehe die Gefahr, dass die Produkte aus dem Ausland kommen mit schlechteren Standards als hierzulande.

Die Einführung eines Tierwohl-Labels sei im Sondierungspapier von Union und SPD vereinbart worden. Das Label ist entscheidungsreif, "mein Gesetz liegt in der Schublade."

Schmidt kündigte in den kommenden Jahren eine weitere Reduzierung des Antibiotiakeinsatzes an. Er wolle nicht bei Resistenzen landen, die für Mensch und Tier schädlich seien.

Ein konkretes Ausstiegdatum für Glyphosat  nennt Schmidt erneut nicht. Er verweist auf die mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vereinbarte Ackerbaustrategie. Hier wolle man nach neuen Wegen im Pflanzenschutz suchen. Präzision farming oder mechanische Geräte müssten mit viel Geld entwickelt werden, um das Herbizid zu ersetzen. Das koste Zeit. Den Privatverbrauch von Glyphosat will Schmidt verbieten und plant weitere Einschränkungen wie bei der Sikkation. Frankreich hat für 2020 einen Ausstieg aus der Anwendung von Glyphsat angekündigt.




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