Grüne Woche

Schweinepest: EU-Kommissar fordert Russland zur Kooperation auf

Im Rahmen der Grünen Woche drängt sowohl der EU-Agrarkommissar als auch der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf eine stärkere grenzübergreifende Koordination im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest. Bisher werden konkrete Signale aus Russland vermisst.

Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis wies die jüngsten Behauptungen russischer Behörden zurück, die Seuche sei in der Europäischen Union außer Kontrolle. „Da die  Afrikanische Schweinepest aus Russland in die EU kam, möchte ich die Glauwürdigkeit solcher Behauptungen in Frage stellen“, sagte Andriukaitis bei der Auftakt-Pressekonferenz zur Grünen Woche am Donnerstag. „Die EU ist stets transparent gegenüber allen Handelspartnern und passt ihre Strategie ständig an. Wir wünschten, unsere Nachbarn nähmen die Sache so ernst wie wir. Wir sind bereit und willig zur Kooperation.“

In den baltischen Staaten und den EU-Ländern Mittel- und Osteuropas habe sich die Afrikanische Schweinepest in den vergangenen vier Jahren dank gezielter Maßnahmen um lediglich einige hundert Kilometer ausgebreitet, sagte Andriukaitis. „Ich kann die Russische Föderation nur daran erinnern, dass die Schweinepest in ganz Russland bis hin nach Irkutsk aufgetreten ist. Ich war kurz vor dem Jahreswechsel in Moskau und habe die russischen Behörden eingeladen, grenzübergreifend zusammenzuarbeiten. Bisher habe ich keine konkreten Schritte oder Signale aus Russland bekommen. Das ist bedauerlich, denn dies wäre eine gute Gelegenheit für unsere Nachbarn, die Desinformation zu beenden und in einer echten Partnerschaft zusammenzuarbeiten.“

In Deutschland, wo die Afrikanische Schweinepest bisher noch nicht aufgetreten ist, müssten sich die Bemühungen nun darauf konzentrieren, vor allem die mögliche Verbreitung durch Menschen zu unterbinden, sagte Andriukaitis.

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