Grüne Woche

Sojaimporte bleiben unverzichtbar

Der Ersatz des Sojaproteins in der Fütterung der Nutztiere in Deutschland erscheint unrealistisch. Der Aspekt einer nachhaltigen Lieferkette gewinnt an Bedeutung.

Der vielfach geforderte Ausbau der inländischen Produktion pflanzlicher Eiweißträger als Ersatz für Sojaimporte bietet keine Perspektive für die Landwirtschaft in Deutschland, so Dr. Oliver Balkhausen heute in Berlin. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung des "Grain Club" auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) bezifferte er die inländische Erzeugung von Eiweiß aus Körnerleguminosen für das Jahr 2016 auf lediglich 26.000 t. Der jährliche Futterproteinverbrauch in Deutschland sei dagegen in den Jahren 2006 bis 2016 von 6,7 Mio. t sogar auf 7,0 Mio. sogar leicht gestiegen. Sojschrot sei derzeit die einzig tragende Säule in der Versorgung der Nutztiere mit Eiweißfuttermitteln.

Zwar finde als weitere nennenswerte Eiweißquelle auch Rapsschrot in der Fütterung Verwendung und sei dafür hervorragend geeignet. Doch um die aus importierten Sojaschrot benötigten Proteinmengen zu ersetzen müssten die Flächen für Raps, Erbsen oder auch heimischen Sojaanbau um ein Vielfaches ausgeweitet werden. Dies würde jedoch einen deutlichen Rückgang der Produktion hochwertigen Getreides bedeuten. Damit wäre der Status Deutschlands und der EU als verlässlicher Lieferant des Grundnahrungsmittels Getreide gefährdet, führte der Rohstoffanalyst aus.

Seine Empfehlung laute daher, Sojabohnen und -schrot als elementaren Bestandteil einer modernen Tierhaltung in Deutschland anzuerkennen und gleichzeitig auf nachhaltige Lieferketten zu setzen. Zahlreiche Unternehmen würden hier bereits mit gutem Beispiel vorangehen und hätten firmenspezifsiche Nachhaltigkeitssiegel implementiert oder schlössen sich international anerkannten Standards an.


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