Grundwasser

DBV: EU-Nitratvergleich hinkt

Nicht einverstanden mit dem europaweiten Vergleich von Nitrat im Grundwasser ist der Deutsche Bauernverband. Dabei geht es vor allem um die Anordnung der Messstellen.

Der Anfang Mai veröffentlichte EU-Bericht stellt heraus, dass Bauern vor allem in den viehdichten Regionen ihre Nitratbilanzen nicht im Griff hätten. In 13 Prozent der Grundwasserproben wurde der Grenzwert von 50 mg Stickstoff/l überschritten, heißt es in dem Bericht zur Einhaltung der Nitratrichtlinie. In Deutschland lag der Anteil demzufolge bei 28 Prozent.

Foto: EU Screenshot

Das will der Deutsche Bauernverband (DBV) so nicht stehen lassen. Die Vergleichbarkeit fehle, weil unterschiedlich intensiv gemessen werde. So liege laut DBV die Messstellendichte in Deutschland nur bei rund einem Viertel des EU-Durchschnitts. Der EU-Bericht hatte im Messzeitraum von 2012 bis 2015 in den 28 Ländern knapp 35.000 Messstellen ausgewertet. Im Schnitt gibt es acht Stationen pro Quadratkilometer. Die höchste Messstellendichte liegt in Malta mit 130 Stationen pro Quadratkilometer. Gleichzeitig ist Malta das Land mit der drastischsten Grenzwertüberschreitung: Der Anteil der belasteten Proben beträgt 71 Prozent.

Laut DBV sollte lieber das Nitratmessnetz für die Europäische Umweltagentur verwendet werden. Danach werde der Nitratschwellenwert in Deutschland nur bei 18 Prozent der Messstellen überschritten. „Auch die EU-Kommission kritisiert die geringe Vergleichbarkeit der Daten zu den Nitratgehalten aufgrund von Unterschieden in den Messnetzen und fordert eine Harmonisierung der Messnetzmethodik“, kommentiert Udo Hemmerling, stellvertretender DBV-Generalsekretär den Bericht.
Korrespondierend zu den Berichten über Nitrat gibt es in Deutschland Meldungen zu steigenden Wasserpreisen. Das sei die Folge einer aufwändiger werdenden Aufbereitung. Laut der Bundestagsfraktion der Grünen, die Daten des Statistischen Bundesamtes ausgewertet hatte, sind die Trinkwasserkosten von 2005 bis 2016 im Schnitt um über 25 Prozent gestiegen. Allerdings lässt sich daraus kein Bezug zu den viehdichten Regionen im Nordwesten Deutschlands herstellen. Denn die Kostensteigerung ist nach dieser Auswertung in Bayern mit 60 Prozent so hoch wie in keinem anderen Bundesland.

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