Grundwasserqualität

10 Prozent der Messstellen in NRW mangelhaft


Die Debatte um Gülle-Überschüsse in Grundwasser wird derzeit hitzig geführt.
Foto: da
Die Debatte um Gülle-Überschüsse in Grundwasser wird derzeit hitzig geführt.

Das Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen lässt die Grundwasser-Messstellen durchchecken. Noch bevor schärfere Düngeregeln in Kraft treten, soll das Netz vor allem in Gebieten mit hohen Nitrateinträgen überprüft werden.

Das Landwirtschaftsministerium in NRW will die Messstellen für die Grundwasserqualität weiter überprüfen. Das kündigte das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf am Montag an. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der weiteren Verschärfung der Düngeverordnung: „Weil die Qualität und Repräsentativität der Messstellen aufgrund verschärfter Düngeanforderungen aktuell in der Diskussion sind, wollen wir gerade in den Gebieten, in denen die Nitratwerte im Grundwasser deutlich überhöht sind, weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung ergreifen", sagte Agrarministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

An circa 1.500 Messstellen wird in Nordrhein-Westfalen die Beschaffenheit des Grundwassers unter anderem im Hinblick auf Nitrat beurteilt. In Zusammenarbeit mit einem externen Gutachter führt das Landesumweltamt (LANUV) derzeit eine Qualitätskontrolle des Messnetzes durch. Bislang hatte das nordrhein-westfälische Agrar- und Umweltministerium rund 300 Messstellen überprüfen lassen. Das Zwischenergebnis: An rund 10 Prozent der Beprobungsvorrichtungen traten Defizite zutage.

Fehlende Unterlagen oder unzureichende Absicherung

Die Mängel reichen von nicht vollständigen Messstellenunterlagen oder fehlender Absicherung gegen Beschädigung bis zu Einschränkungen der Beprobbarkeit. „Diese Mängel wurden und werden behoben“, versichert das Düsseldorfer Ministerium. Zudem würden fehlerhafte Messstellen ausgesondert, sukzessive ersetzt oder saniert, um eine Fehlinterpretation zum Beispiel der Nitratwerte auszuschließen. Dennoch liefere das Messnetz in Nordrhein-Westfalen „belastbare und repräsentative Messergebnisse für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie  und der Grundwasserverordnung“, heißt es dazu weiter aus Düsseldorf. Eine modellgestützte Ermittlung der Stickstoffeinträge in das Grundwasser habe dies bestätigt.

In einem nächsten Schritt sollen weitere rund 280 Messstellen überprüft werden. Diese gelten mit Blick auf Nitratwerte als besonders kritisch, weil sie Nitrat-Konzentrationen über dem Grenzwert von 50 mg/L aufweisen, in einem mit Nitrat belasteten Grundwasserkörper liegen oder in einem Gebiet, das landwirtschaftlich genutzt wird. Diese Messstellen sollen überprüft werden, bevor verschärfte Auflagen der Düngeverordnung greifen, heißt es aus Düsseldorf.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats