Güllekrise

Otte-Kinast will die Niederlande wachrütteln

In Niedersachsen bleiben hohe Nährstoffüberschüsse ein Problem. Agrarministern Barbara Otte-Kinast sieht in den Gülleimporten aus den Niederlanden ein ungelöstes Problem.

Aus Niedersachsen kommen zum Thema Gülleverwertung deutliche Worte in Richtung der westlichen Nachbarn. „Das Düngeproblem ist nur zu lösen, wenn Holland wachgerüttelt wird“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast auf einer Klausurtagung der CDU in Walsrode. Die CDU-Politikern wolle deshalb gemeinsam mit ihrer nordrhein-westfälischen Amtskollegin und Parteifreundin Christina Schulze Föcking in die Niederlande fahren, um dort die Thematik anzusprechen, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung. Die Güllelieferungen aus den Niederlanden nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verschärfen in den beiden Bundesländern die ohnehin vorhandenen Probleme bei der sachgerechten Nutzung der Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung und den Biogasanlagen.

Der im März erscheinende Nährstoffbericht der Landesregierung wird erneut große Überschüsse bei Stickstoffen und Phosphaten im Land feststellen. Trotz einiger Fortschritte fallen in der niedersächsischen Landwirtschaft weiterhin jährlich 70.000 Tonnen Stickstoff und „mindestens“ 30.000 Tonnen Phosphat zu viel an, sagte Otte Kinast in Walsrode. „Dieses Problem müssen wir lösen“, sagte sie.


Die neue Düngeverordnung und ungünstige Witterungsverhältnisse sorgen in Niedersachsen und Westfalen für große Probleme bei der Gülleverwertung. Weil im Herbst die Böden nicht befahrbar waren, konnte die Gülle nicht ausgebracht werden. Inzwischen sind bei vielen Tierhaltern die Lagerkapazitäten ausgeschöpft. Provisorische Güllelagunen sollen Abhilfe schaffen. Selbst nach dem Ende Sperrfrist am 31. Januar dürfte sich die Lage kaum entspannen, denn noch immer steht auf vielen Feldern Wasser. 

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