Bilanz 2018

Bayerns Genossenschaften verdienen gut


GVB-Präsident Jürgen Gros (li.) und GVB-Vorstand Alexander Büchel (re.) beim Bilanzpressegespräch 2019 der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern.
Genossenschaftsverband Bayern e.V.
GVB-Präsident Jürgen Gros (li.) und GVB-Vorstand Alexander Büchel (re.) beim Bilanzpressegespräch 2019 der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern.

Die Genossenschaften in Bayern haben 2018 erfolgreich gewirtschaftet. Sie sind erneut gewachsen und haben mehr verdient.

Die 1.053 Unternehmen des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) haben ihren Gesamtumsatz um 1,5 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 8 Prozent auf 259,5 Mio. Euro, gab GVB-Präsident Dr. Jürgen Gros vor der Presse in München bekannt. Die Waren- und Dienstleistungsunternehmen beschäftigen mehr als 20.000 Mitarbeiter und sind in 35 Branchen aktiv.

In fast allen Branchen weisen die Unternehmen Wachstum aus. Dabei konnten auch die ländlichen Genossenschaften zulegen. Gros führt dies unter anderem auf ein verändertes Verbraucherverhalten zurück. Die Konsumenten würden zunehmend regional erzeugtes Gemüse, und Fleisch nachfragen. Die Raiffeisen-Warenunternehmen verzeichneten allerdings aufgrund der schwachen Ernte Einbußen beim Getreidehandel. Insgesamt konnten sich die Betriebe dennoch gut behaupten, insbesondere weil der Baustoffhandel wegen der lebhaften Bautätigkeit in Bayern floriere. Zudem investierten die Landwirte stärker in Agrar- und Stalltechnik als im Vorjahr, betonte Gros.

Wissenswertes zum GVB
Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. ist eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. Er vertritt seit mehr als 125 Jahren die Interessen bayerischer Genossenschaften. Zu seinen 1.242 Mitgliedern zählen 236 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie mehr als 1.000 Unternehmen aus Branchen wie Landwirtschaft, Energie, Handel, Handwerk und Dienstleistungen.


Die Energiegenossenschaften spürten die Wetterkapriolen des Jahres 2018. Unternehmen mit Photovoltaikanlagen speisten so viel Sonnenstrom wie noch nie in die Netze ein. Bei den genossenschaftlichen Wärmeversorgern schmälerten jedoch die höheren Durchschnittstemperaturen den Erlös, weil die Haushalte weniger heizten. Zudem konnten die Betreiber von Wasserkraftanlagen wegen niedriger Gewässerstände nur eingeschränkt Strom produzieren.

Die Geschäfte der bayerischen Molkereigenossenschaften blieben anders als in den Vorjahren von extremen Ausschlägen beim Milchpreis verschont. Stabilisierend wirkten die lebhafte Nach-frage am Weltmarkt und die attraktiven Preise für die Fettverwertung . Dass der Anteil der im Milchsektor tätigen Genossenschaften am gesamten Mengenaufkommen rückläufig war, ist auf strukturelle Änderungen des Geschäftsmodells der Milchliefergenossenschaften zurückzuführen. Sie treten zunehmend als Vermittler auf und weisen Umsätze damit nicht mehr in den eigenen Büchern aus.

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