Halbjahresbericht

ADM vertröstet auf die Zukunft


In der ADM-Zentrale in Midland, USA hofft man auf ein besseres zweites Halbjahr.
Bild: ADM
In der ADM-Zentrale in Midland, USA hofft man auf ein besseres zweites Halbjahr.

Rote Zahlen in den Ethanolwerken sowie ein schwächeres Agrarhandels- und Ölmühlengeschäft nagen an den Gewinnen. ADM hofft auf die Rückkehr des chinesischen Marktes.

Der ADM-Umsatz ist im 1. Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf 31,6 Mrd. US-$ gesunken, berichtete das Unternehmen am Donnerstag. Als operativen Gewinn weist ADM von Januar bis Juni 2019 rund 1,3 Mrd. US-$ aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um 22 Prozent.

Ethanol veursacht 100 Mio. US-$ Verlust

Alle Sparten verzeichnen im Halbjahresvergleich Einbußen – allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Deutlichere Rückgänge verbuchte das Erfassungsgeschäft. Moderat haben die Ergebnisse im Ölmühlensektor nachgegeben, auch angesichts sehr hoher Margen im Vorjahr. Recht gut steht die Ernährungssparte da, in der aber die Tierernährung Gewinn gekostet hat. Teuer zu stehen kommt ADM dagegen das Ethanolgeschäft, das im 1. Halbjahr 2019 einen operativen Verlust von 100 Mio. US-$ eingefahren hat. Angesichts dieser schwachen operativen Zahlen hat sich der Nettogewinn für die Aktionäre im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2018 auf 468 Mio. US-$ ziemlich genau halbiert.

ADM-Chef Juan Luciano führte das schwache Abschneiden auf die „schwierigen externen Bedingungen“ zurück. Er zeigte sich bei der Vorlage der Zahlen aber zuversichtlich, im 2. Halbjahr stärkere Ergebnisse zu erzielen. Außerdem äußerte er die Hoffnung, dass sich der chinesische Markt wieder für US-Agrarprodukte öffnen wird, wenngleich er einräumen musste, dass der Zeitpunkt nicht kalkulierbar sei. Unterdessen versuche sein Unternehmen, auf anderen asiatischen Märkten Anteile zu gewinnen, skizzierte Luciano die Strategie.

Zukunft der Ethanolsparte offen

Kein Thema war im heutigen Halbjahresbericht die Abspaltung der Ethanolaktivitäten, die Ende April in Aussicht gestellt wurde. Vor drei Monaten war die Rede von einer eigenständigen Ethanol-Tochtergesellschaft, in die auch zahlreiche Mais-Trockenmühlen ausgegliedert werden sollten. Luciano kündigte damals an, dass es möglicherweise auch einen Spin-off an bestehende ADM-Aktionäre geben könnte. Auch andere Alternativen der Abspaltung würden geprüft.

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