Rindfleisch

Argentinien setzt Exporte aus

Die Rindfleischerzeuger fordern die Exportbeschränkungen wieder aufzuheben.
IMAGO / IPON
Die Rindfleischerzeuger fordern die Exportbeschränkungen wieder aufzuheben.

In Argentinien hat die Regierung den Rindfleischexport verboten, um den drastischen Preisanstieg auf dem heimischen Markt zu stoppen.

Für zunächst 30 Tage dürfe kein Rindfleisch mehr über die Landesgrenzen hinweg ausgeliefert werden, teilte Präsident Alberto Fernández vergangene Woche in Buenos Aires mit. Hintergrund ist, dass die Regierung die Fleischexporteure für den Anstieg des Inlandspreises für Rindfleisch verantwortlich macht. Die Unternehmen machten spekulative Geschäfte und nutzten illegale Geschäftspraktiken wie die Unterfakturierung im Rindfleischexport, so der Vorwurf.

Mit derselben Anschuldigung hatte Fernández bereits Mitte April neue Vorgaben für den Rindfleischexport auf den Weg gebracht, unter anderem eine stärkere Überwachung des Auslandsgeschäfts. Die großen Bauernverbände im Land hatten daraufhin gekontert, die Inflation sei „das Produkt eines überdimensionierten und ineffizienten Staates“.

Auch das nun erfolgte Verbot lehnen die Verbände strikt ab. Sie warnten vor hohen finanziellen Schäden, Verlusten von Arbeitsplätzen und der Beschädigung des internationalen Rufes von Argentinien als zuverlässiger Geschäftspartner. Die Fleischindustrie ging noch einen Schritt weiter. Sie startete Mitte voriger Woche aus Protest einen Lieferstreik auf dem inländischen Markt. Auf diesem ist unter anderem der Rindfleischpreis in den zurückliegenden Monaten nahezu explodiert.

Laut Zahlen des Instituts zur Förderung von Rindfleisch (IPCVA) war der Verbraucherpreis von Rindfleisch im April im Durchschnitt 65 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Inflationsrate betrug in Argentinien im April 2021 insgesamt rund 46 Prozent. Inzwischen soll es laut Medienberichten Demonstrationen für Lebensmittelhilfen geben. Parallel dazu ist der Rindfleischexport des südamerikanisches Landes trotz einer laut Daten der Handelskammer für Fleisch (CICCRA) insgesamt konstanten Produktionsmenge gewachsen. Gemäß Informationen des IPCVA lieferte das südamerikanische Land in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 146.915 t Rindfleisch auf den globalen Markt; das waren 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Drei Viertel des Gesamtexports ging nach China. Deutschland nahm 3,5 Prozent der Gesamtlieferungen ab. AgE
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