Handelsbeziehungen

US-Markt für deutsche Agrarerzeugnisse wichtig

Die USA will Importe generell zurückdrängen. Würden Agrarprodukte mit Strafzöllen belegt, stünde sowohl für Deutschland als auch für die EU viel auf dem Spiel.

Deutschland bestreitet zwar den größten Teil seines Agrarhandels mit anderen EU-Ländern. Doch unter den Drittländern rangieren die USA als Handelspartner ganz vorne. Zurzeit liegen nach Ländern aufgeschlüsselte Daten bis 2016 vor. Im Jahr 2016 rangierten die USA mit einem Exportvolumen von gut 1,8 Mrd. € gleich hinter der Schweiz als zweitwichtigster Absatzmarkt für deutsche Agrarerzeugnisse. Erst auf den darauffolgenden Plätzen kamen 2016 China, Saudi Arabien und Russland (siehe Grafik).

Grafik: az
An der Bedeutung der USA hat sich auch 2017 nichts geändert. Vorläufige Zahlen der deutschen Agrarexportorganisation Gefa, die im Januar zur Grünen Woche präsentiert worden sind, zeigen Wachstum der deutschen Agrarausfuhren in die Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent. Wichtige Produkte, die in den USA mit dem Siegel „made in Germany“ punkten, sind Bier und Wein sowie Käse und Wurst.

Allerdings hätten die USA in Deutschland ebenfalls viel zu verlieren, wenn Agrarprodukte mit höheren Zöllen belegt würden. Die Vereinigten Staaten haben 2016 Agrarprodukte im Wert von fast 2,5 Mrd. € nach Deutschland verkauft. Hier lagen alle Arten Nüsse sowie Sojabohnen ganz vorne.

Wenn Strafzölle eingeführt werden, dann betreffen sie die gesamte EU. Im Bereich des Agrarhandels stellt die Gemeinschaft für US-Agrarexporte mit einem Wert von geschätzten 11,8 Mrd. US-$ im laufenden Jahr den viertwichtigsten Absatzmarkt dar (siehe Grafik).

Grafik: az
Neben Sojabohnen sind es auch Produkte wie Whiskey, für die Brüssel bereits Strafzölle erwägt.

Auf der Importseite hat die EU für die USA allerdings im Agrarsektor noch größere Bedeutung. Die Amerikaner kaufen 2018 voraussichtlich EU-Agrarprodukte im Wert von 21,8 Mrd. US-$.

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