Handelspolitik

Für USA ist die EU nachrangig

Für die USA ist China die größte Herausforderung, sagt Wirtschaftsberater Peter S. Rashish
Foto: J_Struck
Für die USA ist China die größte Herausforderung, sagt Wirtschaftsberater Peter S. Rashish

Die USA richten ihre Handelspolitik neu aus. Ihr Hauptinteresse in den globalen Handelsbeziehungen gilt der Rolle Chinas.

"Aus Sicht der Vereinigten Staaten von Amerika ist die Volksrepublik China die größte Herausforderung für die Weltwirtschaft und damit auch für die USA", so Peter S. Rashish, Wirtschaftsberater der US-Regierung heute in Berlin. Diese Tatsache sei die Grundlage für alle Bemühungen der USA, die bestehenden Handelsvereinbarungen und Freihandelsabkommen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, machte er deutlich.

In der Administration des US-Präsidenten Donald Trump habe der Eindruck bestanden, dass geplante Vereinbarungen wie das Transpazifische Handeslabkommen (TPP) oder das Transatlantische Freihandelsabkommen für Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) mit Nachteilen für die USA verbunden wäre. Daher hätten die Vereinigten Staaten ihre Beteiligung aufgegeben. Stattdessen würden bilaterale Veträge bevorzugt, so Rashish.

Das nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) zwischen den Ländern USA, Kanada und Mexico bedürfe zwar einiger Anpassungen, führte Rashish aus. Jedoch sei es "höchst wahrscheinlich, dass die USA an dem Wirtschaftsverbund beteiligt bleiben". Nafta bringe eine Reihe von Vorteilen für alle Beteiligten, insbesondere auch für die US-amerikanische Agrarwirtschaft. Es sei erkennbar, dass die US-Agrar-Interessenverbände sich sehr aktiv für die Fortführung des Abkommens einsetzen.

Die Beziehungen zur EU seien unverändert positiv, führte Rashish aus. Jedoch besitze die EU für die USA "nicht die höchste Priorität", unterstrich er. Auf der Arbeitsebene würden die Kontakte konstruktiv weitergeführt und es herrsche "eine Atmospähre der jederzeit offenen Türen". 

Auf die Frage, inwieweit die USA strategische Investitionen Chinas in US-Unternehmen zulasse, sagte Rashish, dass derartige Vorhaben immer sehr genau geprüft würden. Hauptkriterium dabei sei der Schutz der nationalen Sicherheit sowie des technischen Wissens. Die Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO) stehe für die USA zunächst nicht infrage, so der Berater. 


stats