Handelsstreit

Trump beharrt auf Strafzoll gegen China


US-Präsident Donald Trump vollzieht am Donnerstagabend eine Rolle rückwärts. Er droht China erneut mit Strafzöllen. Der US-Agrarminister soll einen Plan zum "Schutz unserer Farmer" erarbeiten.

Trump hat seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Donnerstag abend angewiesen, zusätzliche Strafzölle in Höhe von 100 Mrd. US-$ auf Importe aus China zu prüfen. Er begründete dies mit "unfairen Vergeltungsmaßnahmen Chinas". Das Land hatte am Mittwoch in Reaktion auf die Zollpläne der USA ebenfalls Strafzölle von 25 Prozent auf US-Produkte im Wert von 50 Mrd. US-$ angekündigt, darunter Sojabohnen aus den USA.

Um Schaden von der US-Agrarwirtschaft abzuwenden, beauftragte Trump gleichzeitig seinen Landwirtschaftsminister Sonny Perdue damit, einen Plan zum Schutz "unserer Farmer und landwirtschaftlichen Interessen" zu erarbeiten, berichtet tagesschau.de.
Es wird davon ausgegangen, dass China seine Strafzölle neben US-Sojabohnen auf Mais, Weizen und Baumwolle ausweiten könnte. Seit Wochenanfang gelten die US-Zölle auf Aluminium und Stahl aus China. Seitdem erhebt China auch Strafzölle unter anderem auf US-Schweinefleisch und Obst.

China will nach eigenen Angaben im Handelsstreit mit den USA nicht klein beigeben. Man sei darauf vorbereitet, die "protektionistische Handelspolitik der Vereinigten Staaten" um jeden Preis zu bekämpfen, erklärte das chinesische Handelsministerium in einer ersten Reaktion, heißt es in den Agenturen.

Man wolle keinen Handelskrieg, fürchte einen solchen Krieg aber auch nicht. Wie die neuen Gegenmaßnahmen aussehen sollen, ist noch nicht bekannt. Die USA seien Schuld an dem sich zuspitzenden Handelskonflikt. China setze sich dagegen weiter für Globalisierung und weltweiten Handel ein.

Der Handelsbeauftragte Lighthizer solle laut Trump untersuchen, ob zusätzliche Zölle angemessen seien und geeigntete Produkte aus China nennen. Der Wirtschaftsberater erklärte, die Maßnahmen werden in einer Frist von 60 Tagen geprüft. Vor Juni würden die Zölle nicht in Kraft treten, bis dahin sei noch Zeit für Verhandlungen.

Nachdem China bereits am Mittwoch im Gegenzug auf das angedrohte Zollpaket Strafzölle auf 106 US-Produkte darunter auch Sojabohnen und Mais angekündigt hatte, gab es heftige Proteste der Agrarlobby gegen die Zöllpläne der US-Regierung. An den Börsen kam es am Mittwoch zu herben Kursverlusten vor allem bei Sojabohnen. Am Donnerstag sorgte eine positiven Kurskorrektur zu einem Anstieg der Sojanotierungen. Zuvor hatte eine US-Sprecherin Gesprächsbereitschaft mit China angekündigt hatte. Nun scheint es wieder vorbei mit den gemäßigten Tönen und eine erneute Eskalation könnte Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben.

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