Handelsstreit

USA signalisiert Gesprächsbereitschaft


Die Lage entspannt sich in Washington.
Oliver Brunner / pixelio.de
Die Lage entspannt sich in Washington.

Im drohenden Handelskrieg zwischen den USA und China haben sich die erhitzten Gemüter offenbar etwas beruhigt: Vor allem Washington gibt sich versöhnlich und verhandlungsbereit.


Die guten Nachrichten am Anfang: Die Rapskurse an der Euronext in Paris sind nach den gestrigen Verlusten wieder im Steigen begriffen. Die Warenterminbörse CBoT beginnt heute mit grünen Vorzeichen bei Sojabohnen und Weizen. Am gestrigen Mittwoch hatte sich der Handelsstreit zwischen den USA und China deutlich verschärft. Zunächst kündigte die US-Regierung weitere Zölle auf chinesische Produkte im Wert von 50 Mrd. US-$ an. Wenig später gab China seine Zurückhaltung auf und setzte zum Gegenschlag an: Auf rund 100 US-Produkte darunter Autos, -Flugzeuge und -Sojabohnen will China bei der Einfuhr einen Zoll von 25 Prozent erheben, sollten die USA die geplanten Zölle umsetzen. Noch am Mittwochabend ruderte Washinton zurück.

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, sagte gegenüber dem TV-Sender Fox Business Network, dass die angekündigten Zölle der USA und Chinas nur erste Vorschläge seien. Trump sei ein Anhänger des freien Handels und wolle das Problem so schmerzlos wie möglich lösen.

Auch eine Sprecherin der US-Regierung sagte, es könnte Monate dauern, bis die Abgaben tatsächlich erlassen würden. Zunächst solle es weitere Gespräche geben. Wann der Strafzoll sowohl in China als auch in den USA in Kraft treten soll, darüber kam von beiden Ländern keine Angaben. US-Unternehmen haben bis zum 22. Mai Zeit, die Zollliste mit Änderungswünschen zu kommentieren. Danach hat die US-Regierung 180 Tage Zeit, die Zölle in Kraft zu setzen. China hatte noch gar keinen Zeitpunkt genannt.

Die Ankündigung aus China, auf US-Sojabohnen einen Strafzoll zu erlassen, brachte die internationalen Notierungen in starke Turbulenzen. An der Börse CBoT in Chicago mussten am Mittwoch die Sojabohnen-Futures starke Verluste einstecken. Auch die Rapskurse an der Matif in Paris rutschten ins Minus. China ist ein wichtiger Abnehmer von US-Sojabohnen. Auf rund 14 Mrd. US-$ beläuft sich die jährliche Summe der chinesischen Sojakäufe in den USA. Die Stimmung unter den US-Farmern ist angespannt, da chinesische Einkäufer sich bereits in Brasilien umschauen, um aus der laufenden Ernte Sojabohnen zu kaufen.


Seit vergangenen Montag sind die US-Zölle für Aluminium und Stahl aus China in Kraft. Sie waren der Auslöser für den Handelszwist der Großmächte. China hatte daraufhin ein Zollpaket im Wert von 3 Mrd. US-$ veröffentlicht. So gilt für US-Schweinefleisch ein Einfuhrzoll von 25 Prozent. Die Einfuhr von US-Ethanol liegt auf Eis. China ist für die USA der drittgrößte Exportmarkt von Schweinefleisch. Rund 309.000 t Schweinefleisch exportierten die USA 2017 nach China.

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