Handelsvertrag USA/EU

Bayerischer Bauernverband sorgt sich um Rindermäster


Fürchtet die Konkurrenz durch Staaten mit geringeren Standards: Bayerischer Bauernpräsident Walter Heidl.
Foto: BBV
Fürchtet die Konkurrenz durch Staaten mit geringeren Standards: Bayerischer Bauernpräsident Walter Heidl.

Der Handelsvertrag zwischen den USA und der EU stößt dem Bayerischen Bauernverband sauer auf. Besonders der Import von Rindfleisch trifft die Bayern empfindlich, da sie um ihre eigene Produktion fürchten.

Der Bayerische Bauernverband (BBV) kritisiert den aktuell bekannt gegebenen Handelsvertrag zwischen EU und den USA massiv. Demnach sollen künftig 35.000 Tonnen Rindfleisch aus den USA stammen. Das entspricht 80 Prozent des gesamten zollfreien Importkontingents der EU. „Innerhalb der EU werden die Anforderungen an die Erzeugung – gerade auch an die Tierhaltung – fast täglich höher. „Und gleichzeitig öffnet die EU Importen aus Drittstaaten Tür und Tor. Ganz egal welche Standards dort gelten“, kritisiert BBV-Präsident Walter Heidl. „Mit dieser Doppelmoral auf dem Rücken von heimischen Bauernfamilien und Verbrauchern muss endlich Schluss sein!“

Erst vor kurzem wurden die Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten abgeschlossen und vereinbart, dass künftig 99.000 Tonnen Rindfleisch aus Südamerika zusätzlich zollreduziert importiert werden sollen. Nun folgt die Umverteilung des zollfreien Kontingents zugunsten der USA. Gleichzeitig verhandelt die EU auch mit Australien über ein Freihandelsabkommen. „Diese Handelsvereinbarungen bedeuten in der Summe erhebliche Wettbewerbsnachteile für unsere heimischen Rindfleischerzeuger. Und weitere Marktverwerfungen drohen durch den Brexit“, warnt Walter Heidl.

Kauft regionale Lebensmittel

Bereits im Moment – und damit ohne Einflüsse aus den geplanten Handelsvereinbarungen – sind die Erzeugerpreise für Rindfleisch in den letzten Monaten auf Talfahrt. „Die niedrigen Erzeugerpreise sorgen für enorme Probleme bei den bayerischen Rindermästern. Die geplanten Abkommen sind Gift für die Zukunftsperspektive unserer heimischen Rindfleischerzeuger“, so Heidl. Er appelliert an die Verbraucher, gezielt regionale Lebensmittel zu kaufen.  Auch aus Klimaschutzgründen sei regionales Fleisch den über Tausende Kilometer transportierten Importen vorzuziehen.

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