Herdenschutz

Landvolk kritisiert zu enge Vorgaben für Schafhalter


Viele Schäfer haben zu große Herden, um gefördert werden zu können.
Bild: Pixabay / Free-Photos
Viele Schäfer haben zu große Herden, um gefördert werden zu können.

Mit einer neuen Förderung will das Bundeslandwirtschaftsministerium Wanderschäfer unterstützen. Niedersachsens Landvolk fürchtet, dass sich nur wenige Schäfer für das Programm qualifizieren.

„Wir freuen uns über diese Initiative“, sagt Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers. Allerdings befürchtet er, dass aufgrund der sehr streng umrissenen Förderkonditionen nur wenige Schäfer von diesem Angebot Gebrauch machen können. Nach Umfragen des Landvolkes nutzen in Niedersachsen viele der angesprochenen Wanderschäfer in den Sommermonaten Flächen auf Truppenübungsplätzen, an Deichen oder in Naturschutzgebieten. „Sie werden damit an der Grenze von 40 ha scheitern, die nach den Vorgaben des Programmes maximal als Weidefläche genutzt werden dürfen“, schildert Ehlers.

Er gibt auch zu bedenken, dass sich einige Wanderschäfer im Dienst des Naturschutzes ein kleines Zubrot als Landschaftspfleger verdienen und damit auch die sogenannte De-minimis-Erklärung nicht abgeben können. Er ruft in diesem Zusammenhang zu äußerst korrekten und umfassenden Angaben der interessierten Wanderschäfer auf, damit sie bei späteren Kontrollen nicht zu überraschenden Rück- oder gar Strafzahlungen aufgefordert werden. Von dem gut gemeinten Programm werden in Niedersachsen nach Einschätzung des Landvolkes daher allenfalls einige wenige Wanderschäfer profitieren können. Viele Wandschäfer sind mit deutlich mehr als 200 Tieren unterwegs. Sie benötigen damit auch eine größere Futterfläche als 40 ha und könnten daher die Förderkonditionen nicht erfüllen.

Die Ausbreitung der Wölfe bereite Weidetierhaltern zunehmend Sorge, so das Landvolk. Allein in Niedersachsen gibt es laut Landvolk aktuell 22 Wolfsrudel, zwei Paare und drei Einzelwölfe. Damit ergebe sich ein Gesamtbestand von gut über 300 Tieren, das seien so viele wie in ganz Schweden.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Schafzuchtverbände in ganz Deutschland rund 1.400 Weidetiere durch Wölfe getötet, Schafe und Ziegen fallen dem Wolf besonders häufig zum Opfer. Weidetierhalter machen sich seit geraumer Zeit für ein aktives Wolfsmanagement stark, das auch den Abschuss auffälliger Tiere mit einbezieht. Mit Schutzmaßnahmen allein werde man die Übergriffe dauerhaft nicht abwenden können, ist sich das Landvolk sicher.  

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