Herkunftskennzeichnung

Otte-Kinast macht Druck auf Brüssel


Niedersachsen fordert, die Herkunft von Fleisch besser zu Kennzeichnen. Beim Treffen der Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern in Saarbrücken steht das Thema auf der Tagesordnung.

Die EU-weit einheitliche Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Fleischprodukte betrachtet Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) beim Treffen der Verbraucherschutzminister aus Bund und Ländern als ein wichtiges Thema. „Wer als Verbraucher eine bewusste Kaufentscheidung treffen möchte, der sollte auch bis zur letzten Salamischeibe erkennen, woher das Fleisch stammt“, erklärt die Ministerin vor ihrer Abreise nach Saarbrücken. Die Bundesregierung solle sich deshalb bei der EU-Kommission für eine gesetzlich verbindliche Kennzeichnung einsetzen.

Geflügelbranche fordert schnelle Lösung

Die Geflügelbranche in Niedersachsen fordert schon länger eine bessere Kennzeichnung von Fleischprodukten in verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gastronomie – bisher vergeblich. Für Niedersachsen als den in Deutschland mit Anstand größten Geflügelproduzenten hat das Thema eine besondere Bedeutung. Nachdem in Polen die Produktion deutlich ausgedehnt wurde, drängt mehr und mehr Ware aus dem Osten auf den deutschen Markt und wird vor allem in der Gastronomie, der Gemeinschaftsverpflegung und der Lebensmittelproduktion verarbeitet.

Die Branche verweist auf die freiwilligen höheren Standards in Deutschland und fürchtet, Marktanteile zu verlieren. Weil eine Kennzeichnungspflicht auf europäischer Ebene derzeit nicht in Sicht ist, hofft man auf eine Lösung für Deutschland. Am kommenden Montag ist Otte-Kinast bei der Mitgliederversammlung der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft zu Gast. Dort wird sie berichten können, was sie auf der Verbraucherschutzministerkonferenz erreicht hat.

Bericht zu Firponil in Bio-Eiern

Die 60 Punkte umfassende Tagesordnung der Konferenz in Saarbrücken beinhaltet daneben Themen wie die gesunde Ernährung und die Ernährungsbildung für Kinder, neue Bezahlmodelle im Internet und Digitalisierung im Alltag. Über den kürzlich festgestellte Fund von Firponil in Eiern werde ebenfalls gesprochen, heißt es. Rund 73.500 belastete Eier von einem Bio-Betrieb in den Niederlanden waren vor der Entdeckung von einer Packstelle im Landkreis Vechta bundesweit in den Handel geraten. „Unser Ziel muss es sein, länderübergreifend einheitlich und zeitnah die Veröffentlichung von Verstößen sicherzustellen“, betonte Ministerin Otte-Kinast.

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